„Ich habe einen Traum“: Erdoğan gibt den Martin Luther King

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan hat nach eigenen Angaben einen Traum, wonach alle Bürger des Landes sich als gleichberechtigt sehen sollen. Eine Anspielung auf den Bürgerrechtler Martin Luther King. Die Herkunft sei nicht entscheidend und Assimilation sei ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Premierminister Erdoğan hat am Dienstag eine Rede vor der Parlamentariergruppe der AKP gehalten. Er richtete seine Worte an alle Bürger des Landes.

Die Nachrichtenagentur Anadolu zitiert Erdoğan:

„Ich habe einen tiefsitzenden Traum, den wir in die Tat umsetzen wollen. Ich lebe mit dem Wunsch, dass alle 77 Millionen Menschen in diesem Land sich erhobenen Hauptes als die wahren Eigentümer dieses Landes sehen – unabhängig von der Herkunft.“

Damit dürfte Erdoğan auch bei den türkischen Kurden im Land punkten. Zuvor hatte er gesagt, dass seine Regierung die anstößige Politik der Assimilation abgeschafft habe.

Denn Assimilation sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Niemand habe das Recht, anderen Menschen ihre Sprache und Kultur zu verbieten. Angesichts der Präsidentschaftswahlen dürften auch die Wählerstimmen der türkischen Kurden eine wichtige Rolle spielen.

Seine Regierung habe den permanenten Druck einer Minderheit auf die Mehrheit abgeschafft. Ein Seitenhieb gegen die alteingesessene und mittlerweile entmachtete kemalistische Elite des Landes. Die Türkei sei kein Land, welches in die Hände von Menschen fallen dürfe, die Fensterläden zerstören und Chaos verbreiten. „Auch unsere Geschwister im Ausland sollen beruhigt sein: Wir werden euch niemals im Stich lassen. Die Türkei steht an eurer Seite“, so Erdoğan.

Trotz der massiven Angriffe, habe das Volk am 30. März Größe bewiesen. Im Zuge der Kommunalwahlen fanden in Bosnien, Albanien, Makedonien, Ägypten, Malaysia, Indonesien und weiteren Ländern Pro-Erdoğan-Proteste statt.

Offenbar möchte der Premier jenen Menschen seinen Dank aussprechen.

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