Das schnelle Geld: Israelis locken Frauen zum Organverkauf in die Türkei

Israelische Sicherheitskräfte haben einen einheimischen Organhändler-Ring aufgedeckt. Der soll Frauen aus Israel in die Türkei gelockt haben, um ihnen dort Organe zu entnehmen. Doch der weltweite Organhandel blüht, weil es zu wenige Organspender gibt.

Der israelischen Polizei ist in der Stadt Negev ein Schlag gegen einen Organhändler-Ring gelungen. Drei Israelis sollen mittellose Frauen in die Türkei gelockt haben, um ihnen ausgewählte Organe auszunehmen.

Die Frauen sollen der Prozedur zuvor zugestimmt haben. Nutznießer der Organe sollen ebenfalls Israelis sein. Doch eine der weiblichen Opfer sagte der Polizei, dass sie niemals ausgezahlt worden sei. Offenbar wurde die Frau von dem Organhändler-Ring betrogen.

Die drei Täter sind auf der Flucht und werden mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Der leitende Polizei-Kommissar Mazal Esterkahn sagte der Zeitung Israel Hayom: „Aktuell versuchen wir herauszufinden, ob die Täter alleine in Israel handelten oder einem internationalen Ring angehören.“

Türkische und israelische Sicherheitskräfte sollen sich aktuell austauschen, um den Ring vollständig aufzudecken. Doch detaillierte Informationen liegen noch nicht vor, da eine Geheimhaltungs-Stufe vereinbart wurde.

Das israelische Parlament hatte im Jahr 2008 ein Gesetz verabschiedet, das den Organhandel im In- und Ausland verbietet. Doch der Organmangel in Israel sei „eklatant“, sagte der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), Jan Galle, der Ärztezeitung.

Offenbar nutzen Kriminelle diesen Mangel, um sich zu bereichern. Denn der Organhandel ist weltweit eines der lukrativsten „Geschäftszweige“.

Doch die Politik versucht den Mangel gesetzlich zu bekämpfen. 2010 trat in Israel ein Gesetz in Kraft, wonach Patienten mit einem Organspende-Ausweis im Notfall bevorzugt ein neues Organ erhalten. Israelis sollen dadurch zum Organspenden motiviert werden. Das Gesetz zog insbesondere aus orthodox-religiösen Kreisen Kritik nach sich.

Ihrer Ansicht nach gehört der menschliche Körper nur Gott und sei lediglich eine Leihgabe. Vier israelische Wissenschaftler hatten sich schon im Vorfeld im Fachmagazin The Lancet mit dieser Bonusregelung juristisch auseinandergesetzt.

Das Thema wird sowohl die israelische als auch die internationale Öffentlichkeit noch lange beschäftigen. Denn von dem Organmangel sind zahlreiche Staaten betroffen.

Das Angebot ist zu sehr gering und die Nachfrage ist viel zu groß.

Schwarzmarkt Organhandel:

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