Sabotage gegen Aussöhnung: Armenische Nationalisten verbrennen Türkei-Flagge

Armenische Nationalisten haben in der Hauptstadt Eriwan die türkische Flagge verbrannt. Die kuriose Aktion glich einer Prozession. Damit will offenbar ein Teil der Bevölkerung den Aussöhnungs-Prozess mit der Türkei sabotieren. Doch dieser Versuch könnte misslingen.

In der armenischen Hauptstadt Eriwan haben sich Nationalisten zusammengefunden, um die türkische Flagge zu verbrennen. Eine alljährliche Prozession. Die Urheber der Aktion sind Mitglieder der rechten Daschnak-Partei.

Doch die Kundgebung war nicht gut besucht. Die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, dass lediglich Hunderte anwesend gewesen sind.

Die rechte Armenier-Partei ist der Nachfolger des nationalistischen Daschnak-Komitees, das im Jahr 1890 gegründet wurde. Ein weiterer Vorgänger der armenischen Nationalisten war das Hintschak-Komitee, welches 1887 in Genf gegründet wurde.

Sie waren im Osmanischen Reich an mehreren Aufständen und Massakern gegen Kurden und Türken (1889, 1894, 1897, 1898, 1901, 1904 und 1905) und an einem Attentats-Versuch gegen Sultan Abdülhamit II. im Jahr 1896 beteiligt. Offenbar hat ihr Fanatismus bisher nicht abgenommen (mehr hier).

Die Staatsmänner aus Ankara und Eriwan haben sich bisher von derartigen radikalen Auswüchsen nicht vereinnahmen lassen. Präsident Sersch Sargsjan und Premierminister Recep Tayyip Erdoğan sind gewillt, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Der Aussöhnungs-Prozess zwischen beiden Völkern ist in vollem Gange.

Doch Ankara muss auch die Befindlichkeiten des Aserbaidschan und Georgiens beachten. Denn beide Länder sind Verbündete der Türkei und auch die befinden sich im Konflikt mit Armenien. Armenische Truppen hatten zwischen 1992 und 1992 Aserbaidschaner aus Armenien und der Region Berg-Karabach gewaltsam vertrieben.

Zudem erheben Armenier der Region Samzche-Dschawachetien territoriale Ansprüche auf Georgien. Dabei erwarten sie Unterstützung von der armenischen Regierung.

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