Time Magazine: Türkischer Präsident Gül unter den 100 einflussreichsten Personen

Der türkische Präsident Abdullah Gül wurde vom Time Magazine in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt aufgenommen. Damit befindet sich Gül in Gesellschaft von Staats-und Regierungschefs wie US- Präsident Barack Obama, Russlands Präsident Wladimir Putin, dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un und dem Präsidentschaftskandidat in Ägypten Abdal Fattah al-Sisi.

Die bekannte türkische Schriftstellerin Elif Şafak wurde mit dem Abfassen der Biographie Güls beauftragt. Die Autorin beschreibt den Präsidenten darin als einen „bescheidenen Türken“, der, mit Blick auf die anstehenden Präsidentschaftswahlen, eine schwierige Wahl zu treffen habe.

„Die türkische Politik ist zu maskulin und zu polarisiert. Doch der elfte türkische Präsident, Abdullah Gül, zeichnet sich durch seinen moderate Ton und durch seinen  versöhnlichen Stil aus“, so Şafak. Im Vorfeld der Parlamentswahlen im Juni 2015 habe sich die Meinung beider Lager, also sowohl jener, die ihn unterstützen, als auch jener, die an ihm zweifeln, verstärkt, dass sich seine Rolle in der türkischen Politik verstärkt habe.

Als Außenminister, Ministerpräsident und Präsident sei Gül seit vielen Jahren ein Verbündeter der dominanten politischen Figur des Landes, Recep Tayyip Erdoğan. Gleichzeitig sei er jedoch dessen größter Konkurrent. „Als die Gezi Park-Unruhen im vergangenen Jahr als Protest gegen die Entscheidung Erdoğans ein Einkaufszentrum in den Park zu bauen, ausbrachen, erklärte Gül, dass die friedliche Versammlung ein demokratisches Recht wäre“, so die Schriftstellerin weiter. Als Twitter blockiert wurde, sei er einer unter Millionen Bürgern gewesen, der sich dem Verbot widersetzte, indem er deutlich machte: „Es ist rechtlich nicht möglich, das Internet und solche Plattformen (wie Twitter) dicht zu machen.“ (mehr hier).

Şafak zufolge hätten die Demokraten des Landes hohe Erwartungen an Gül, die jedoch durch die Unterzeichung einiger umstrittener Gesetze getrübt worden seien (mehr hier). Nun stehe der Präsident an einem wichtigen Scheideweg. Er könne ein ruhigeres Leben wählen oder aber aktiv in die Politik zurückkehren, um die Demokratisierung, die das Land so dringend brauche, voranzutreiben.

In der aktuellen Time-Liste finden sich übrigens mehr Frauen als jemals zuvor. Mit 41 Damen wurde der Rekord von 38 im Jahr 2012 noch übertroffen. Aufgeführt sind unter anderem Janet Yellen, die Nachfolgerin von Ben Bernanke als Präsidentin des Federal Reserve Board. Es finden sich aber auch Popstar Miley Cyrus oder Fox-Moderatorin Megyn Kelly. Ein weiteres Mal mit dabei ist Weltstar Beyoncé Knowles, zum siebten Mal bereits Hillary Clinton, die derzeit als mögliche Anwärterin auf den Einzug ins Weiße Haus 2016 gehandelt wird.

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