Türkischer EU-Minister: Visa-Regelungen für Ausländer sollen gelockert werden

Mehr als sechs Monate Aufenthalt für Hausbesitzer und sogar vier bis fünf Monate Urlaub für Touristen: Die türkische Regierung plant offenbar, die Ein- und Ausreise-Bedingungen für Ausländer angenehmer zu gestalten. Nach wie vor sind etwa Alanya oder Fethiye Hotspots für ausländische Immobilienbesitzer. Und das soll auch so bleiben.

Die türkische Regierung plant, die Verlängerung von touristischen Visa und Aufenthaltsgenehmigungen für Ausländer, die eine Immobilie im Land haben, zu erleichtern. Das gab der türkische EU-Minister Mevlüt Çavuşoğlu nun bekannt.

„Touristen, die eine Immobilie in der Türkei kaufen, dürfen sechs Monate bleiben. Wir haben eine Analyse vorgenommen, um diese Laufzeiten zu verlängern. Ihre Ein-und Ausreise wird gelockert werden“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu Mevlüt Çavuşoğlu bei einem Besuch des neuen Bürgermeisters der Provinz Antalya, Menderes Türel.

Der Nachfolger von Egemen Bağış und selbst Abgeordneter der Provinz Antalya, stellte während seiner Visite noch einmal die Bedeutung von Touristen, die hiesige Immobilien ewerben, für die Türkei heraus. „Vor fünf Jahren, als in Antalya Häuser verkauft wurden, sagte man uns: ‚Sie verkaufen das Land.‘ Doch heute wird das genau von denjenigen unterstützt, weil die Leute ihre Häuser schließlich nicht mitbringen können.“ Antalya gehört derzeit zur türkischen Region mit den meisten ausländischen Hausbesitzern. Hoch ist ihr Anteil vor allem in Bezirken wie Alanya und Fethiye, wo viele britische und deutsche Staatsangehörige den Sommer verbringen. Die Deutschen sind hier die Gruppe mit der größten Kauffreude. Aber auch für die Russen und Österreicher ist die Mittelmeerküste und insbesondere Antalya sehr interessant (mehr hier).

In Sachen Immobilienpreisen rangiert die Türkei weltweit mittlerweile sogar auf Rang fünf. Und auch für das Jahr 2014 wird ein Preisanstieg um zehn bis 15 Prozent prognostiziert (mehr hier). Im Jahr 2013 wurden in der Türkei 1,3 Millionen Immobilien verkauft. Das entspricht einem Anstieg um ganze 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 701.621 Häuser ihren Besitzer wechselten. Der türkische Immobilien-Hotspot bleibt nach wie vor Istanbul. Auch Anfang des Jahres 2014 scheint sich der Trend fortzusetzen. Allein im Januar seien demnach bereits 87.639 Immobilien verkauft worden. Das entspricht einem konstanten Wert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (mehr hier). Bereits seit zwei Jahren wird der Markt jedoch skeptisch beobachtet. Es wird befürchtet, dass die Immobilienblase auch hier bald platzen könnte (mehr hier).

Darüber hinaus kündigte Çavuşoğlu an, dass die türkische Regierung auch an den Touristenvisa schrauben würde. Künftig soll statt eines Aufenthaltes von 90 Tagen, ein Besuch von vier oder fünf Monaten möglich sein. Seit gut einem Jahr gibt es bereits das schnellere e-Visum (mehr hier).

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