Vorbildlicher Schutz: Türkische Haustierbesitzer brauchen künftig ein Zertifikat

Werden die nun von der parlamentarischen Unterkommission für Umwelt beschlossenen Regelungen zum Thema Tierschutz konsequent befolgt, haben Tiere in der Türkei nur noch wenig zu befürchten. Einfach so ein Tier verkaufen oder aufnehmen, soll so zum Beispiel nicht mehr möglich sein. Insgesamt zielt das Regelwerk auf eine erhöhte Sensibilität im Umgang mit Tieren ab.

Der türkische Tierschutz nimmt immer mehr an Fahrt auf. Künftig muss jeder, der ein Haustier halten möchte, im Vorfeld ein entsprechendes Training absolvieren. Nachweisen müssen die Halter zudem eine geeignete Unterkunft für das Wohlergehen des Tieres, eine Beachtung seiner ethologischen Bedürfnisse sowie die Fürsorge für seine Gesundheit. Mit der jüngsten Regelung wird außerdem der Verkauf von allen Arten von Tieren und Haustieren, außer Fischen und Vögeln in Tierhandlungen verboten. Folter und Misshandlung wird mit Haftstrafen geahndet.

Diese wesentlichen Änderungen im türkischen Tierrecht wurden von der parlamentarischen Unterkommission für Umwelt unter dem Vorsitz der AKP-Abgeordneten Selçuk Özdağ vorgenommen. In den Kriterien zum Thema Haustierbesitz heißt es nun:

Jede Person, die ein Tier aufnimmt, besitzt, verkauft oder dafür sorgt, muss eine angemessene Unterkunft zum Wohlergehen des Tieres bereithalten, seinen ethologischen Bedürfnissen gerecht werden für seine Gesundheit sorgen. Menschen, die ein Tier verkaufen oder aufnehmen, sind verpflichtet, vorbeugende Maßnahmen zu treffen, um Umweltverschmutzung und Zerstörung sowie Beschwerden der Tiere zu vermeiden.

Tierbesitzer müssten für alle Schäden aufkommen, die entstünden, wenn sie entsprechende Maßnahmen nicht rechtzeitig getroffen hätten. Außerdem hätten sie ein Ausbildungsprogramm zu absolvieren, die von den lokalen Verwaltungen organisiert und mit einem Zertifikat abgeschlossen würden. Diejenigen, die ein Tier an eine Person ohne dieses Papier verkaufen, müssen mit einer Geldstrafe von bis zu 1000 Lira rechnen.

Eine weitere Klausel sieht vor, dass das Töten von herrenlosen oder sehr schwachen Tieren untersagt ist. Ausgenommen sind hier Situationen, die vom Gesetzgeber als zulässig erachtet werden. Eingeschränkt ist demnach auch die Arbeit mit Versuchstieren im Labor. Auch hier benötigen die Forscher ein entsprechendes Ausbildungsprogramm  von Ethikräten. Exporte und Importe von Versuchstieren unterliegen ebenfalls einer Genehmigung. Diese Genehmigung wird vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Viehzucht gewährt.

Die Misshandlung von Tieren wird künftig mit einem Bußgeld von 2000 Lira bestraft. Auf Sodomie stehen zwischen drei Monaten und zwei Jahren Gefängnis.

Die Unterkommission beschäftigt sich auch mit dem Thema Tierkämpfe und TV-Produktionen. Ebenfalls im Fokus des Interesses sind Zirkustiere. Jene Truppen, die Tiere an Land oder Wasser einsetzen, sind künftig untersagt. Darüber hinaus ist es für türkische Bürger künftig verpflichtend, im Straßenverkehr verletzte Tiere zu einem Veterinär zu bringen.

Mehr zum Thema:

Tierschutz in der Türkei: Misshandlungen werden jetzt mit hohen Geldstrafen geahndet
Vorstoß in der Türkei: Erste Partei für Tierrechte gegründet
Tierschutzgruppe initiiert Petition: “Stoppt das Hundeelend in den Wäldern von Istanbul”

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.