Todesurteile gegen Muslimbrüder: Gül und Gauck kritisieren Ägyptens Justiz

Insgesamt 683 weitere Muslimbrüder wurden in Ägypten zum Tode verurteilt. Doch Bundespräsident Gauck hat sich bei seinem aktuellen Staatsbesuch in der Türkei gegen die Todesstrafen ausgesprochen. Nicht Rachegefühle, sondern Rechtsstaatlichkeit sei das Maß aller Dinge.

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Bundespräsident Gauck und sein Amtskollege Abdullah Gül die ägyptische Justiz scharf kritisiert. Auslöser sind die am Montag gegen 683 Muslimbrüder verhängten Todesurteile.

Gauck sagte, dass Deutschland und die EU die Todesstrafe ablehnen. Die Justiz dürfe nicht Rache nehmen, sondern müsse die Vorgaben der Rechtsstaatlichkeit achten. Denn Ägypten befände sich aktuell in einem Transformationsprozess.

Güls Aussagen gingen ebenfalls in diese Richtung. „Derartige Entscheidungen sind inakzeptabel für das 21. Jahrhundert. Das ist schädlich für die Zukunft Ägyptens. Doch das Land braucht Frieden und wirtschaftlichen Aufbau“, zitiert World Bulletin Gül.

Im März wurden 529 Muslimbrüder zum Tode verurteilt. Am Montag wandelte ein ägyptisches Gericht 491 der Urteile in erschwerte lebenslange Haftstrafen um.

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