Nach technischer Panne: Irakische Kurden beliefern Türkei wieder mit Erdöl

Ab Anfang Mai soll erneut Erdöl aus dem kurdischen Nordirak in die Türkei fließen. Zuvor war die Kirkuk-Ceyhan-Pipeline aufgrund einer Panne zum Erliegen gekommen. Doch die Zentralregierung in Bagdad möchte einen Export-Stopp des Erdöls an die Türkei.

Doch die AKP-Regierung sei nicht der Vertragspartner der Autonomen Region Kurdistans (KRG). Der türkische Energiekonzern TÜPRAŞ habe einen eigenen Vertrag mit der KRG geschlossen. TÜPRAŞ sei ein Unternehmen der Privatwirtschaft. Ankara könne es Privatunternehmen nicht verbieten, Verträge im Rahmen des Freihandels zu schließen.

Damit will Yıldız offenbar die Zentralregierung in Bagdad beschwichtigen. Die fühlt sich von der Autonomieregierung des Nordiraks übergangen. Sie ist der Ansicht, dass die Zentralregierung ein Vorbehaltsrecht habe: Jeglicher Verkauf von Öl aus Kurdistan müsse von Bagdad genehmigt werden.

Iraks Premierminister Nuri al-Maliki drohte im Januar, die Bundeshilfen des Iraks an die KRG einzustellen. Zudem sagte er im Interview mit Reuters: „Die Türkei darf sich nicht in Angelegenheiten einmischen, die die Souveränität des Iraks berühren“.

Aus diesem Grund hat der Irak die internationale Anwaltskanzlei Vinson & Elkins damit beauftragt, jeden Fall eines Ölankaufs zu dokumentieren (mehr hier).

Doch Yıldız sagt, dass die Türkei dem gesamten Irak als Umschlagplatz für Energieträger zur Verfügung stehe. Auch die Zentralregierung habe die Möglichkeit ihre Energieträger über die Türkei auf den Weltmarkt zu bringen.

„Der Vertrieb des Erdöls über die Türkei kann zur Stabilisierung des Iraks beitragen“, zitiert Bloomberg HT den Energieminister.

Das sei auch angesichts der anstehenden Parlamentswahlen am 30. April wichtig.

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