Ukraine-Krise: US-Sanktionen könnten auch ISS-Besatzung treffen

Der stellvertretende russische Ministerpräsident Dmitri Rogosin sagte am Dienstag, dass die jüngsten US-Sanktionen gegen Moskau auch die US-Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS) gefährden könnten. Die Vereinigten Staaten hatten zuvor angekündigt, die Ausfuhr von bestimmten Hightech-Produkten nach Russland zu beschränken.

Der russische Vizepremier Dmitrij Rogozin reagiert mit einer Drohung gen USA auf die jüngsten Sanktionen des Westens. Die USA sind derzeit auf die Kooperation mit den Russen angewiesen, um in den Weltraum zu gelangen. Nach Ansicht des russischen Politikers schneiden sie sich nun mit der Lieferbeschränkung auf Hightech-Waren, die auch für militärische Zwecke verwendet werden können, ins eigene Fleisch und gefährden damit ihre Leute auf der ISS.

Bei seinem Besuch auf der Krim erklärte der Premier, der auch für die russische Rüstungsindustrie zuständig ist:

Die Amerikaner sagen, rührt die Internationale Raumstation und die Raumfahrtprogramme nicht an. Gut. Aber wenn sie dem russischen Raketenbau schaden wollen, dann schaden sie damit auch ihren eigenen Astronauten auf der ISS.

Die NASA hatte bereits Anfang April den Kontakt mit Vertretern der russischen Regierung ausgesetzt. Als Grund nannte die zivile US-Bundesbehörde für Luft- und Raumfahrt die anhaltenden Verletzungen der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine. „Die Aussetzung beinhaltet NASA-Reisen nach Russland sowie Besuche von Vertretern der russischen Regierung in NASA-Einrichtungen, bilaterale Treffen, E-Mail und Telefon- oder Videokonferenzen“, zitiert Fox News aus dem Schreiben. Allerdings seien die laufenden Aktivitäten auf der Internationalen Raumstation (ISS) von den Vorschriften ausgenommen. Gleiches gelte für „multilaterale Treffen, die außerhalb von Russland und unter russischer Beteiligung stattfinden“.

Noch eine Woche zuvor hatte man erklärt, dass die Zusammenarbeit nichts mit der derzeitigen politischen Situation zu tun habe. Aktuell befinden sich zwei Amerikaner an Bord der der internationalen Raumstation ISS.

Für die USA, die derzeit über kein eigenes Shuttle-Programm verfügen, ist die Kooperation mit den Russen die einzige Möglichkeit, in den Weltraum zu gelangen. Erst im April  2013 unterzeichnete die NASA ein neues Abkommen mit Russland über sechs weitere Flüge bis 2017. Das ganze Vorhaben erfolgt zu einem Preis von 70,7 Millionen Dollar pro Sitzplatz.

Parallel versucht die USA jedoch weiterhin, wieder ein eigenes bemanntes Raumfahrtprogramm auf die Beine zu stellen und sich aus der russischen Abhängigkeit zu lösen. Derzeit steht eine Frist von drei Jahren im Raum. Noch in diesem Jahr sollen die entsprechenden amerikanischen Unternehmen ausgewählt werden, die ab 2017 die eigenen Astronauten zur Raumstation befördern werden. Erst vergangene Woche wurden abermals Astronauten ins All befördert (mehr hier).

Ende Juli 2011 ging in den USA die Space-Shuttle-Ära zu Ende. Die russischen Sojus-Kapseln sind derzeit das einzige Transportmittel zur Versorgung der ISS. Die US-Space-Shuttles hatten 135 Missionen in 30 Jahren absolviert.

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