Nacht der Empfängnis des Propheten: Muslime in Myanmar stehen vor Auslöschung

Am Donnerstag feiern die Muslime in aller Welt die Nacht der Empfängnis des Propheten Mohammed. Doch dabei lohnt es sich, auch die Muslime in Myanmar in die Gebete einzuschließen. Sie werden seit Jahrzehnten verfolgt, entrechtet und ermordet.

In der Nacht von Donnerstag zum Freitag fanden sich Muslime in aller Welt zum Gebet ein. Anlass ist die Nacht der Empfängnis des Propheten Mohammed. Im türkischen wird die Nacht Regaip Kandili und im Arabischen Lailat al-raġā’ib genannt. Dabei bietet es sich an, auch für die Muslime in West-Myanmar zu beten. Denn die befinden sich kurz vor der Auslöschung.

Die Muslime Myanmars – insbesondere die Rohingya Muslime – sind in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu Opfern von Pogromen und Massakern geworden. Die jüngste Welle der Pogrome begann im vergangenen Jahr. Seit dem sind nach UN-Angaben um die zehntausende Muslime in die Nachbarländern geflohen. Einer von ihnen ist Jani Alam. Er sagte der Zeitung Neues Deutschland:

„Eine große Rolle bei der Aufstachelung der buddhistischen Bevölkerung haben buddhistische Mönche gespielt. Buddhisten, bewaffnet mit Pfeilen, Macheten und Knüppeln, kamen in unser Dorf und zerstörten alles. Die NASAKA, die Grenzpolizei von Arakan, die alles mit angesehen hatte, begann, auf uns zu schießen, als wir die Feuer zu löschen versuchten. Meine Eltern erlagen ihren Schusswunden nach drei Tagen“.

Völlige Entrechtung der Rohingya

Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), berichtete schon 2012, dass insbesondere die Regierung von Myanmar auf eine militärische Lösung ethnischer Fragen setze. „Die Rohingya sind verachtet und verhasst. Selbst weite Teile des demokratisch gesinnten Birma beteiligten sich während des blutigen Konflikts im Juni an der Hetze gegen schätzungsweise 800.000 Rohingya“, stellte die GEP fest.

Von der UN werden die Rohingya-Muslime als „die am meisten Verfolgte Minderheit der Welt“ eingestuft. Die Verfolgung reicht von Zwangsarbeit über systematische Dezimierung der Einwohnerzahl bis hin zu illegalen Tötungen und Konfiszierung von Eigentum. Zudem wird ihnen die Staatsbürgerschaft verweigert (mehr hier)

Mehr zum Thema:

„Rebel Riots“ aus Myanmar kämpft gegen Islamhass
Ramadan in Myanmar: Muslimen droht der totale Untergang
Hilfe für Rohingya-Muslime: Ahmet Davutoğlu und Emine Erdoğan persönlich in Myanmar

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.