Erdoğan macht Westen für Gezi Park und Ukraine-Krise verantwortlich

Nicht-Regierungsorganisationen aus den USA und der EU gehören zu den Urhebern der Tumulte in der Ukraine und der Türkei. Sie sollen sowohl die Gezi Park-Proteste als auch die Proteste auf dem Maidan angeheizt haben. Das ist jedenfalls die Ansicht von Premierminister Erdoğan.

Premierminister Erdoğan hat als Drahtzieher hinter den Gezi Park-Protesten, den Umsturz in Ägypten und den Ausschreitungen in der Ukraine amerikanische und westliche Organisationen ausgemacht. Die seien an der Provokation der Tumulte maßgeblich beteiligt gewesen, sagte er im Rahmen eines Dienstag-Interviews mit dem US-Journalisten Charlie Rose.

Erdoğans Vorwurf ließ das US-Außenministerium nicht auf sich sitzen. Das reagierte am Mittwoch. Die Unterstellungen seien „lächerlich“, zitiert Today`s Zaman die US-Sprecherin Marie Harf. Die Reaktion erstaunte die türkische Medienlandschaft, weil sich die US-Regierung direkt angesprochen fühlte. Dabei sagte Erdoğan ebenfalls im Interview:

„Wir haben niemals gesagt, dass die US-Regierung hinter den Gezi Park-Protesten steht.“

Auf Nachfrage, wie sein Verhältnis zu Putin sei, antwortete Erdoğan: „Wir mögen und respektieren uns gegenseitig“. Die Worte des türkischen Ministerpräsidenten könnten in den kommenden Monaten richtungsweisend sein. Offenbar findet aktuell eine Annäherung zwischen Russland und der Türkei statt.

Doch Erdoğans zur Sprache gebrachten Vorwürfe gegen einige US- und EU-Organisationen sind nicht neu (mehr hier). Zuvor warf auch der Ex-Reagan-Vertraute Paul Craig Roberts der Konrad-Adenauer-Stiftung vor, sie würde die Proteste in der Ukraine anheizen (mehr hier). In dieselbe Richtung argumentierte der Chef des privaten US-Nachrichtendiensts Stratfor, George Friedman, in einem Artikel.

Einen ähnlichen Vorwurf erhob der New York Times-Journalist Ron Nixon gegen die US-amerikanischen Organisationen National Democratic Institute (NDI) und das International Republican Institute (IRI). Wobei sich sein Vorwurf auf den Mursi-Sturz in Ägypten bezog. Sowohl die IRI als auch die NDI arbeiten eng mit dem US-Außenministerium zusammen, schreibt Nixon in einem Artikel aus dem Jahr 2011. Doch auch eine Verwicklung in die Geschehnisse in der Ukraine lässt sich nicht abstreiten.

Jedenfalls war das National Endowment for Democracy (NED) in den vergangenen drei Jahren an der Finanzierung und Ausbildung von ukrainischen Oppositionellen beteiligt. Das geht aus offiziellen Zahlen des NED hervor.

Währenddessen haben die Auseinandersetzungen in der Ukraine am Freitagabend eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Bei Zusammenstößen zwischen pro-russischen und ukrainischen Demonstranten in Odessa sind bei einem Gebäudebrand 38 Menschen ums Leben gekommen, berichtet Business Insider.

Nach Angaben des russischen Staatssenders Russia Today wurde das Gebäude von rechtsradikalen Ukrainern angezündet. Doch Reuters berichtet, dass die Lage insgesamt außer Kontrolle sei. Es gäbe Tote auf beiden Seiten.

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