Regierungs-Kritik an Arbeitsmoral: Spanier sollen früher zu Bett gehen

In Spanien sollen die TV-Nachrichten künftig eine Stunde eher beginnen, so der Wunsch des Gesundheitsministeriums. Die Bürger könnten dann eine Stunde zeitiger schlafen gehen. Die Regierung will den Tagesablauf der Bürger an europäische Verhältnisse anpassen.

Die spanische Gesundheitsministerin Ana Mato schlägt vor, die TV-Nachrichten bereits um 20 Uhr, statt wie in Spanien üblich, um 21 Uhr zu senden. Somit würden sich auch die anschließenden Sendungen früher beginnen und die Spanier könnten zeitiger ins Bett gehen, so Mato. Bislang gehen die beliebten Sendungen und TV-Shows bis weit nach Mitternacht. Mit der Umstellung will die Regierung den Tagesablauf der Spanier an den des restlichen Europas angleichen.

In keinem Land, außer Portugal, gehen die Bürger so spät schlafen wie in Spanien. 45 Prozent gehen erst nach Mitternacht, weitere 20 Prozent erst nach 1 Uhr ins Bett. Zum Vergleich: Im europäischen Schnitt sind weniger als ein Drittel nach Mitternacht noch wach, berichtet der Standard.

Ein europäischer Tagesablauf wäre nicht nur gesünder, sondern auch produktiver, so die Politiker. Wer früher mit der Arbeit beginnt, könnte auch früher aufhören. Ein weiterer Plan zur Steigerung der Produktivität ist, die Uhren in Spanien eine Stunde zurückzudrehen: Geographisch liegt Spanien auf dem Längengrad Großbritanniens. Gemessen an der Uhr ist es in Spanien jedoch so spät wie in Deutschland. Im Jahr 1942 führte der spanische Diktator General Franco aus Sympathie zum nationalsozialistischen Deutschland in Spanien die Mitteleuropäische Zeit ein – bis heute wurde dies nicht geändert

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