Türkische Top-Steuerzahler: Koç Familie führt das Ranking an

Koç Holding-Ehrenpräsident Rahmi Koç ist der größte türkische Steuerzahler. Allein steht der Unternehmer jedoch nicht in den Top 100 des Landes. Das Ranking des Jahres 2013 wird von seiner gesamten Familie dominiert.

Gleich die ersten sechs Positionen in der Liste der 100 größten türkischen Steuerzahler gehen für 2013 an die Koç Familie. Sie führten rund 120 Millionen Türkische Lira, umgerechnet also gut 41.1 Millionen Euro, an Einkommenssteuer an den türkischen Fiskus ab. Das gab nun das türkische Finanzministerium bekannt.

Der Milliardär Rahmi Koç bezahlte demnach fast 37,5 Millionen Lira, 12,9 Millionen Euro, an Einkommenststeuer und avancierte damit zum türkischen Top-Steuerzahler. Mit dieser Summe übertrifft er seine Schwester Semahat Sevim Arsel. Dieser schafft es 2013 nur an die zweite Stelle des Rankings, nachdem sie dieses 2011 und 2012 anführte. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Dem Forbes-Magazin zufolge ist Arsel derzeit die fünftreichste Person des Landes, während ihr Bruder sich mit Doğuş Holding CEO Ferit Şahenk den sechsten Rang teilt.

Suna Kıraç, eine weitere Schwester des Unternehmers, sowie Koç Holding-Vorsitzender Mustafa Koç konnten ihre Vorjahrespositionen behaupten. Sie liegen an Position drei bzw. vier mit 26,9 bzw. 22,6 Millionen Lira, also 9,2 bzw. 7,7 Millionen Euro, an Einkommenssteuern. Die Brüder der Vorstandsmitglieder, Ali Koç und Ömer Koçn folgen auf dem fünften und sechsten Platz der Liste. Während Ali Koç, Vorsitzender von Ford Otosan, 19,3 Millionen Lira, 6,6 Millionen Euro, Steuern abtrat, musste sein Bruder und stellvertretender Vorsitzender der Koç-Holding, Ömer Koç, 19,036 Millionen Lira, also gut 6,5 Millionen Euro, an den Staat zahlen.

Die Koç Gruppe gehörte im Sommer des vergangenen Jahres zu den Unterstütztern der Gezi Park Proteste. So öffnete etwa das zur Gruppe gehörende Divan Hotel am Taksim seine Pforten für flüchtende Demonstranten. Nach den Protesten wurde das Flaggschiff der Gruppe, Tüpraş mit einer Reihe von Steuer- und Qualitätskontrollen konfrontiert, ein großer Rüstungsauftrag wurde annulliert (mehr hier). Die Steuern der Koç-Gruppe an den türkischen Fiskus machen Ali Koç zufolge 9,4 Prozent der gesamten türkischen Steuereinnahmen aus.

Platz sieben der Top-Steuerzahler geht aktuell an Şarık Tara. Der Ehrenpräsident des Ehrenpräsident des türkischen Baukonzerns ENKA kam im Jahr zuvor noch auf Position sechs. Seine Steuerschuld betrug 14,8 Millionen Lira, gut fünf Millionen Euro.

Während die Positionen acht und zehn anonym bleiben wollen, geht auch Aydın Doğan auf Position neun ganz offen mit dem Thema um. Der Gründer und Ehrenpräsident der Aydın Doğan-Stiftung bezahlte 11,7 Millionen Lira, gut vier Millionen Euro, an Einkommenssteuer.

Ebenfalls auf der Liste findet sich Mustafa Latif Topbaş. Der Geschäftsmann, dessen Namen im Zuge der zweiten Welle an Korruptionsuntersuchungen fiel, kommt aktuell mit 7,4 Millionen, gut 2,5 Millionen Euro, auf Rang zwölf. Bekanntheit erlangte er vor allem durch veröffentlichte Aufnahmen, die offenlegten, dass sein Haus in Zeytineli, das regelmäßig von Premier Recep Tayyip Erdoğan besucht wurde, illegal erbaut wurde. Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal bekannt ist der Name Ali Ağaoğlu. Er befindet sich auf Rang 41 der Steuerliste. Er gehört dem Blatt zufolge zu jenen 60 Personen, deren Anklagen nach Einsetzung eines neuen Staatsanwaltes fallengelassen wurden.

Unter den Top-Steuerzahlern der Türkei befindet sich aber auch Medienprominenz. So schaffte es der türkische TV- und Showbusiness-Mogul Acun Ilıcalı gleich 16 Positionen nach oben auf Rang 15. Der Komiker Cem Yılmaz und Schauspieler Kıvanç Tatlitug werden auf der 73. und 90. Position geführt.

Mehr zum Thema:

Türkei: Steuerausfälle in Milliardenhöhe durch Zigarettenschmuggel
Finanzminister Şimşek: Reiche sollen stärker zur Kasse gebeten werden
Happy New Year: Die Türkei beginnt 2014 mit Steuererhöhungen

 

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.