Sprachkurse für ausländische Arbeitssuchende: Bundesamt sichert Fortbestand bis Ende 2014

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellt weitere 34 Millionen Euro zur Sicherung von Sprachkursen für ausländische Arbeitssuchende zur Verfügung. Das Interesse an den im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) angebotenen berufsbezogenen Sprachkursen ist ungebrochen. Jetzt kann das Programm bis Ende 2014 weiterlaufen.

Eigentlich stammt das Sprachförderprogramm aus der alten ESF-Förderperiode von 2007 bis 2013 und hätte entsprechend bereits zum vergangenen Dezember auslaufen sollen. Nun wird es aber doch bis Ende dieses Jahres stattfinden. Möglich wird das durch eine neuerliche Finanzspritze aus dem Topf des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Für das Programm hätten ursprünglich 230 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Um die Fortsetzung zu ermöglichen, habe man aber bereits zum Ende des Jahres 2013 das Programm um zusätzliche 47 Millionen Euro ESF-Mittel aufgestockt, so das BAMF. Nun sei es gelungen, weitere 34 Millionen Euro an ESF-Mitteln bereitzustellen. „Das ESF-BAMF-Programm ist eine wichtige Säule bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt. Ich freue mich deshalb sehr, dass in diesem Jahr nun weitere Kurse zur berufsbezogenen Sprachförderung angeboten werden und dadurch Förderstrukturen erhalten bleiben können“, so Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD).

Nachfolgeprogramm für 2015 wird es geben

Untermauert wird die Notwendigkeit durch Zahlen des Ministeriums: So hätten bis Ende März dieses Jahres insgesamt 121.000 Teilnehmer einen der bundesweit etwa 6.400 angebotenen Kurse begonnen. Besucht würden die Kurse überwiegend von arbeitssuchenden Leistungsbeziehern des SGB II und SGB III mit Migrationshintergrund. Aufgrund der starken Inanspruchnahme des Angebots im Jahr 2013 und der Nachfrage 2014 sei schließlich ein Bewilligungsstopp für Neuanträge zum 1. April 2014 erforderlich geworden. Mit der nun gefundenen Lösung könne aber ein „gleitender Übergang in die neue Förderperiode gewährleistet“ werden.

Gleichzeitig weist das Bundesministerium für Arbeit und Soziales darauf hin, dass das zur Verfügung stehende Mittelvolumen begrenzt sei. Nicht alle Wünsche könnten bedient werden. „Um sicherzustellen, dass die zusätzlichen Finanzmittel für Kursdurchführungen bis Ende 2014 reichen, ist eine finanztechnische Steuerung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) notwendig. Ein ESF-finanziertes Nachfolgeprogramm wird es ab 2015 geben.“

Kurse als große Chance

„Vor 50 Jahren musste sich die erste Generation von Gastarbeitern noch mit Händen und Füßen verständlich machen, jetzt lädt uns der Staat zum Deutsch lernen ein. Das sollten wir nutzen!”, so Tufan Kiroglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Neumünster, bereits Anfang 2011. Er ermunterte seine Landsleute so genannte Integrationskurse zu besuchen, die seit damals auch von der Türkischen Gemeinde angeboten werden (mehr hier). Tufan Kiroglu und seine Frau Nilgün sehen derartige Kurse als große Chance für alle, die eine Integration wollen. „Die Sprache ist das Allerwichtigste, gerade für junge Menschen, die ihre Chance in Deutschland nutzen möchten”, so Nilgün Kiroglu. Die Teilnahme koste in der Regel einen Euro pro Stunde. Wer staatliche Hilfe beziehe, werde auf Antrag kostenlos unterrichtet.

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