Eurovision Song Contest 2014: Russland und Ukraine sind im Finale

Am Dienstagabend ging in Kopenhagen das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest 2014 über die Bühne. Sowohl die beiden russischen Interpretinnen als auch die ukrainische Sängerin haben es ins Finale geschafft. Befürchtungen, die politische Situation könnte auf den Wettbewerb abfärben, bestätigten sich aber dennoch.

Seit Dienstagabend herrscht europaweites Eurovisions-Fieber. Schauplatz des Geschehens ist in diesem Jahr Kopenhagen. Einen Vorgeschmack auf das Finale am kommenden Samstag gab es nun beim ersten Halbfinale. Doch neben Dramatik und extravaganten Outfits, gab es auch unschöne Szenen.

Seit dem späten Abend stehen die ersten zehn Finalisten für kommenden Samstag fest: Die Teilnehmer aus Montenegro, Ungarn, Armenien, Aserbaidschan, San Marino, Schweden, den Niederlanden, Island, Russland und die Ukraine haben es geschafft. Lettland, Estland, Belgien, Portugal, Moldawien und Albanien müssen leider vorzeitig die Heimreise antreten. Erste Favoriten haben sich bereits heraus kristallisiert, so der Independent: Dazu gehören der armenische Sänger und Comedian Aram MP3, Maria Yaremchuk aus der Ukraine, der ungarisch-US-amerikanische Popsänger Kállay Saunders sowie Dilara Kazimova aus Aserbaidschan, die ihren Titelsong wie schon ihr Vorgänger Farid Mammadov 2013 ebenfalls auf Türkisch eingesungen hat (mehr hier). Nicht bewähren müssen sich hingegen Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, Großbritannien und der Vorjahressieger Dänemark, die automatisch einen sicheren Finalplatz haben.

Schöne Russinnen ausgebuht

Eine Zäsur erfuhr der Abend jedoch im Zuge des Auftritts der beiden Zwillinge. Anastassija Andrejewna und Marija Andrejewna Tolmatschowа aus Kursk hatten sich gegen 200 andere russische Acts durchgesetzt. In Dänemark traten mit dem Titel „Shine“ für Russland an. Ihr beeindruckender Auftritt ganz in Weiß wurde von lautstarken Buh-Rufen begleitet, als klar war: Die eineiigen Schönheiten kommen weiter.

Befürchtet hatten Beobachter des Wettbewerbs eine solche Reaktion schon im Vorfeld, berichtet der Mirror. Es sei sogar damit gerechnet worden, dass die einstigen Gewinnerinnen des Junior Eurovision 2006 nicht einmal weiterkommen könnten. Als Grund dafür gaben sie die aktuelle Krise in der Ukraine sowie die ausgesprochen homophobe Haltung von Präsident Wladimir Putin an. Verhindern könnten die Organisatoren das nicht, hieß es weiter. Die Stimmung gegenüber Russland sei derzeit auf einem historischen Tiefstand. Die Mädchen könnten noch so niedlich sein, viele andere Nationen, so die Prognose, würden die Chance nutzen und ihrem Unmut Luft machen.

Sorgenfalten auf die Stirn der Außenstehenden trieb übrigens auch die ukrainische Teilnehmerin, die vielen aus ausgesprochene Putin-Anhängerin gilt. Trete das zu offensichtlich zutage, so die Befürchtungen im Vorfeld, könnte auch das im Verlauf der Veranstaltung zu einem Problem werden.

An diesem Donnerstag wird nun das zweite Halbfinale des 59. Eurovision Song Contest stattfinden. Der norwegische Fernsehproduzent und Generalsekretär des Eurovision Song Contests, Jon Ola Sand, ist optimistisch: „Das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest 2014 hat einen fliegenden Start hingelegt.“ Er erwartet Großes. Russland und die Ukraine jedenfalls nehmen den Wettbewerb sehr ernst. Beide Länder haben seit der Einführung des aktuellen Systems im Jahr 2004 noch kein einziges Mal den Einzug ins Finale verpasst.

 

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