Schlank und schön: Türken geben jährlich Milliarden für den Gewichtsverlust aus

Türkische Männer und Frauen achten zusehends auf ihre Linie. Jährlich geben sie gut fünf Milliarden Dollar für ein paar Pfund weniger auf der Waage aus. Die Anstrengungen kommen nicht von Ungefähr: Das Land erlebt eine starke Zunahme an Fettleibigkeit.

Diät-Produkte und Sport: Türkische Männer und Frauen geben dafür immer mehr Geld aus. Doch obschon das Thema Figur zunehmend in den Vordergrund rückt, schleicht sich gleichzeitig ein besorgniserregender Trend ein. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich die Zahl der Fettleibigen global betrachtet seit 1980 nahezu verdoppelt. Und auch die Türkei folgt dieser Entwicklung.

Wie eine Untersuchung zum Thema Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und endokrinologischen Krankheiten ergab, stieg der Anteil an Fettleibigen bei den Frauen in der Türkei um 34 Prozent. Bei den Männern seien es in der Zeit zwischen 1998 und 2010 gar 107 Prozent gewesen, das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Insgesamt würden gut 20 Millionen Männer und Frauen im Land an Übergewicht leiden. Betroffen sind auch zunehmend Kinder und Jugendliche (mehr hier).

Tayfun Sungun, Chef einer Internetplattform zum Thema Gewichtsverlust, rechnet: Nach derzeitigem Stand würden also fast 100.000 Patienten auf jeden türkischen Ernährungsberater kommen. Das bedeute im Umkehrschluss, dass dieser Sektor in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum erfahren werde. „In entwickelten Ländern liegt der Schnitt bei etwa 15 bis 20 Patienten pro Ernährungsberater“, so Sungun. Demzufolge gebe es in der Türkei einen großen Bedarf an Diätassistenten.

Mittlerweile, so das Blatt weiter, entwickle sich ein echtes Bewusstsein. Nicht nur in der Schule wird das Thema angegangen (mehr hier). Via Online-Portale würden Patienten und Diätassistenten zusammengebracht. Einige Internetseiten würden sogar spezielle Dienste wie etwa von Ernährungswissenschaftlern entwickelte Mahlzeiten anbieten. Diese würden den Kunden sogar nach Hause geliefert. Das kostet.

Wie eine Untersuchung des statistischen Instituts der Türkei, TurkStat, bereits 2011 herausgefunden hat, ist eine ungesunde Lebensweise vieler Bürger eine wesentlicher Mortalitäts-Faktor innerhalb des Landes.Laut dem Bericht sind derzeit gut 40 Prozent aller Todesfälle in der Türkei auf Kreislauferkrankungen zurück zu führen. Derartige Krankheiten entstünden, so heißt es darin, vor allem auf Grund schlechter Lebensgewohnheiten. Dazu gehöre das Rauchen, zu wenig Bewegung und natürlich auch die Art der Ernährung. TurkStat zufolge zählen zu den drei häufigsten Todesursachen Kreislauferkrankungen mit 39.9 Prozent. Krebs und andere bösartige Tumore sind in 20.7 Prozent der Fälle verantwortlich. Bei  8.9 Prozent der Toten sind es Erkrankungen der Atemwege. Der Studie zu Grunde lagen 280,500 Todesfälle des Jahres 2009 (mehr hier).

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