Ehegattennachzug: Liebe spornt die Wirtschaft an

Unter dem Titel „Die Integration von zugewanderten Ehegattinnen und Ehegatten in Deutschland“ hat die Bundesagentur für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ihre Studie zu nachgereisten Ehepartnern vorgestellt. Das Ergebnis fällt vorwiegend positiv aus. Es fällt auf: Die Liebe spornt auch die Wirtschaft an. Mehr als 50 Prozent der nachzugswilligen Ehegatten bringt einen Studien- oder Berufsabschluss mit in die Bundesrepublik.

Wie gestalten Eheleute ihre ersten Jahre nach der Ankunft in Deutschland? Wie viele kommen? Und welche Qualifizierung bringen sie mit? Antworten auf diese und andere Fragen liefert der aktuelle Heiratsmigrationsbericht der jetzt von der Bundesagentur für Migration und Flüchtlinge vorgestellt wurde.

Ein Weg, nach Deutschland zu migrieren ist, dem hier lebenden Ehepartner zu folgen. Fast 350.000 Männer und Frauen haben zwischen 2005 und 2013 von diesem Recht Gebrauch gemacht. An der BAMF-Studie nahmen nun 2.497 Ehegattinnen und Ehegatten aus über zehn Nationen teil.

„Unsere Daten aus der Heiratsmigrationsstudie zeigen, dass es wichtig ist, auf das Potenzial zu blicken, das Ehegattinnen und Ehegatten aus dem Ausland mitbringen“, so Manfred Schmidt, Präsident des BAMF. Fast alle kämen in jungen Jahren nach Deutschland. Viele seien schulisch gut ausgebildet. Mehr als die Hälfte bringe sogar einen beruflichen Ausbildungs- oder Studienabschluss mit. Eine wichtige Aufgabe sieht Schmidt nun darin, die Eingereisten bereits frühzeitig zu unterstützen.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis sei, dass die meisten Partner mit einer längerfristigen oder sogar dauerhaften Perspektive nach Deutschland kämen. Dies gelte für 80 Prozent der Befragten. Sie zeigten auch eine hohe Bereitschaft, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Der Deutscherwerb sei bereits im Herkunftsland wichtig. Er sei zwar mühselig. Doch sehen ihn 80 Prozent der Befragten als sinnvoll an.

Die mit Abstand größte Gruppe nachreisender Ehegatten stellen Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit. Bei Ehegatten aus der Türkei spiele neben der Familienneugründung auch der Familiennachzug eine vergleichsweise große Rolle. Ehegattinnen aus der Türkei seien vergleichsweise selten der Meinung, dass sie über sehr gute oder gute Deutschkenntnisse verfügen. Sie hätten auch vergleichsweise selten Kontakte zu Deutschen ohne Migrationshintergrund. Im Jahr 2012 kamen neben 3.090 Ehegattinnen auch 2.599 Ehegatten aus der Türkei zu ihrem jeweiligen Ehepartner nach Deutschland.
Die Untersuchung machte auch die Unterstützung von Neuzuwanderern im Sinne einer gelebten Willkommenskultur deutlich. Viele der Befragten hätten zwar Bekanntschaften zu den hier lebenden Deutschen ohne Migrationshintergrund. Jedoch kämen enge Freundschaften nicht sehr häufig zustande. Unterstützungsangebote benötigten insbesondere erwerbstätige Frauen mit Kindern, um sich sozial besser vernetzen zu können.

Ein Problem sei es, dass eingereiste Ehegattinnen und Ehegatten ihre mitgebrachte beruflichen Ausbildungs- und Studienabschlüsse auf dem Arbeitsmarkt nicht verwerten könnten. Ihre Arbeitsmarktchancen könnten nachhaltig verbessert werden. Frühzeitige Beratung und berufliche (Nach-)Qualifizierungsangebote könnten dazu beitragen.

Den gesamten Forschungsbericht finden Sie hier.

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