Neuer Machtkampf entbrannt: Rechtsprofessor legt sich mit Erdoğan an

In der Türkei bahnt sich ein neuer Machtkampf an. Ein Rechtsprofessor hat die AKP-Regierung auf einer Veranstaltung scharf kritisiert. Doch auch Premier Erdoğan war anwesend. Der wollte die Kritik nicht auf sich sitzen lassen und konterte. Es kam zum Eklat.

Auf einer Festveranstaltung der türkischen Anwaltskammer (TBB) ist es zu einem Eklat gekommen. TBB-Chef Metin Feyzioğlu übte bei einer Rede massive Kritik am Vorgehen der AKP-Regierung nach dem Erdbeben 2011 in Van. Das wollte Premierminister Erdoğan nicht auf sich sitzen lassen und unterbrach prompt die Rede von Feyzioğlu.

Die Kritik von Feyzioğlu sei unverschämt und entspräche nicht der Wahrheit. Die Regierung habe sich in Van sehr wohl für die Menschen eingesetzt. Feyzioğlu antwortete: „Seien Sie nicht wütend verehrter Premierminister. Ich halte eine konstruktive Rede.“

Erdoğan fuhr mit seinem Einwurf fort und warf Feyzioğlu weiterhin Verlogenheit vor. Anschließend verließ Erdoğan die Veranstaltung. In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu Reibereien zwischen Feyzioğlu und Erdoğan gekommen.

Der TBB-Chef wirft dem Premierminister Selbstherrlichkeit vor. Doch es dürfte auch ideologische Gründe für Feyzioğlus Kritik geben. Denn er gilt als altersmäßig junger Vertreter der alten kemalistischen Elite des Landes.

Türkischen Medienberichten zufolge könnte sich Feyzioğlu sogar als Gegenkandidat bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen einbringen.

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