Sieg für Conchita Wurst: Bärtige Lady gewinnt Eurovision Song Contest

Grandioser Erfolg für Österreich: Mit Conchita Wurst konnte der 8,5 Millionen Einwohner kleine Staat den 59. Eurovision Song Contest in Kopenhagen für sich entscheiden. Für die bärtige Lady ist der Sieg mehr als ein musikalischer Erfolg. Er zeigt: „Toleranz ist nicht abhängig vom Land.“

Im Vorfeld musste Österreichs Teilnehmerin Conchita Wurst viel Häme einstecken. Nicht jeder kam mit der ungewöhnlichen Optik der Künstlerin zurecht. Mit ihrem Song „Rise Like A Phoenix” hatte die 1988 als Tom Neuwirth geborene Dragqueen am Ende jedoch die Nase vorn –  noch vor den Niederlanden und Schweden.

Die Vollbartträgerin ist erst die zweite österreichische Eurovision Song Contest-Gewinnerin. Der letzte Erfolg mit dem Kärntner Udo Jürgens gelang 1966 und liegt damit bereits Jahrzehnte zurück. Conchita Wurst vereinte mit ihrer Finaldarbietung ganz Europa. Ganze 13 Mal schaffte sie es, die Höchstpunktzahl von zwölf Punkten für sich zu verbuchen. Aus Deutschland gab es hingegen nur sieben Punkte, aus Russland fünf und aus Aserbaidschan (mehr hier) gar nur einen Punkt.

Für Conchita Wurst ist der Sieg derzeit noch „unbeschreiblich“. Wirklich realisieren, was da passiert ist, werde sie wahrscheinlich erst „nächste Woche“, so die Sängerin zu den Reportern. Der Punkteregen – auch aus Ländern wie etwa Russland – bestätige für sie, was sie schon immer gesagt habe. „Toleranz ist nicht abhängig vom Land. Es gibt Menschen, die so denken wie ich, die in einem Land wohnen, wo sie es vielleicht schwieriger haben. Nur, weil eine Regierung eine Entscheidung trifft, ist es noch lange nicht repräsentativ für ein ganzes Land. (…) Ich habe darauf vertraut.“

In welcher österreichischen Stadt der Song Contest 2015 stattfinden wird, steht allerdings noch nicht fest. Anvisiert ist der 16. Mai 2015. Die Halbfinals sollen am 12. und 14. Mai ausgetragen werden.

Herzliche Glückwünsche gab es auch von der deutschen Formation Elaiza, die es in Kopenhagen leider nur auf Platz 18 geschafft hat. „Wir freuen uns wirklich sehr. Es ist eine ganz krasse Aussage der Toleranz. (…) Ich freue mich darüber, dass Europa so weit ist. (…) Unabhängig davon hat sie einfach eine wahnsinnig tolle Stimme“, so das Trio.

Auch die Platzierung der Ukraine konnte sich sehen lassen. Mariya Yaremchuk verfehlte das Siegertreppchen nur knapp und landete auf Position sechs (mehr hier). Die erst 20-jährige Dilara Kazimova aus Aserbaidschan, die ihren Titel auch auf Türkisch einsang, schaffte es hingegen nur auf Rang 22.

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