Turkish Airlines Bilanz: Fluggesellschaft verbucht zweistelligen Millionenverlust

Die halbstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines (THY) hat für das erste Quartal 2014 einen Verlust von 226 Millionen Türkische Lira, umgerechnet rund 79 Millionen Euro, ausgewiesen. Zunehmend bekommt das Unternehmen Konkurrenz von Fluggesellschaften wie Pegasus oder Onur Air. Doch auch die Ausgaben für Treibstoff schnellen in die Höhe.

Der von Turkish Airlines für das erste Quartal dieses Jahres angegebene Verlust war gut zehn Mal höher als im Vorjahrszeitraum. 2013 setzte das Unternehmen lediglich 22,3 Millionen Türkische Lira, rund 7,8 Millionen Euro, an. Gleichzeitig stieg aber auch der Umsatz von 3,59 Milliarden auf 5,13 Milliarden Lira, also von 1,25 auf fast 1,8 Milliarden Euro, berichtet das türkische Wirtschaftsportal Big Para. Für den signifikanten Einbruch verantwortlich machte THY saisonale Faktoren sowie die unruhige Lira.

Das Unternehmen verzeichnete im ersten Quartal 2014 einen Anstieg der Kraftstoffausgaben von 43 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr kletterte die Rechnung von 1,3 auf 1,9 Milliarden Lira , umgerechnet wiederum von 454 Millionen Euro auf fast 663 Millionen Euro. Das berichtet eturbonews.com.

Zusätzlich zu den gestiegenen Kraftstoffkosten dürte der Fluggesellschaft die wachsende Konkurrenz auf dem Inlandsmarkt und bestimmten europäischen Märkten zu schaffen machen, wie etwa durch Pegasus oder Onur Air. Obschon die Ticketverkäufe stiegen, seien die Gewinnmargen aus dem Ticketverkauf erheblich kleiner gefallen.

THY, die zu 49 Prozent in öffentlicher Hand ist, geriet vergangenen Monat unter Beschuss, weil sie den unabhängigen Abgeordneten Muhammet Çetin angeblich auf eine Schwarze Liste gesetzt haben soll. Dieser hatte sich beschwert, dass er nicht an Bord eines Fliegers nach Pakistan gelassen worden sei, obschon er ein Ticket gekauft hätte. Eine Maschine Richtung Chicago habe er zudem verlassen müssen.

Anfang des Jahres hatte Muhammet Çetin seinen Rücktritt aus der AKP verkündet (mehr hier). Auf einer Pressekonferenz sagte er, dass die Partei kurz vor ihrer Auflösung stehe. „Weitere Rücktritte werden Folgen“, zitiert die Hürriyet Çetin. Er kenne zahlreiche AKP-Abgeordnete, die einen Austritt in Erwägung ziehen. Die AKP habe sich verändert. Menschen, die bis vor kurzem noch gegen den Islam gewettert hätten, seien nun ein Teil der AKP geworden, so Çetin. Das könne er nicht akzeptieren. Auch die Korruptions-Affäre sei eine wichtiger Grund für seinen Rücktritt. Seither würde er nun von Turkish Airlines systematisch diskriminiert.

Aus Sicht der Fluggesellschaft gestaltete sich der Vorfall in der Maschine nach Chicago jedoch ganz anders. Der Politiker soll sich beim Kabinenpersonal beschwert haben, nachdem er eine gewünschte Zeitung nicht erhalten habe. THY hatte im Zuge des Korruptionsskandals die Auslegung kritischer Blätter wie der Zaman, Today’s Zaman, Taraf und der Sözcü beendet (mehr hier).

THY betreibt 41 nationale und über 200 internationale Strecken. Derzeit ist sie die viertgrößte Fluggesellschaft der Welt.

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