Erneuerbare Energien: Weltbank genehmigt Türkei 350 Millionen Dollar

Die Weltbank greift der Türkei bei der Finanzierung ihres Projekts zur Integration der Erneuerbaren Energie unter die Arme. Insgesamt wurden 350 Millionen Dollar bewilligt. Das Potential für grüne Energien in der Türkei ist riesig.

Der Weltbank zufolge habe das Projekt das Ziel, durch die Integration von Erneuerbaren Energien die Verbrennung von fossilen Stoffen zur Energiegewinnung zu umgehen und auf diese Weise klimaschädliche Treibhausgase zu verhindern. Konkret diene das Projekt der schnellen Verbreitung von Windkraftanlagen in Izmir, Canakkale und Kirklareli.

300 Millionen Dollar kommen von der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD). Zurückzahlen muss die Türkei die Summe nach einer Fünf-Jahres-Frist binnen 18 Jahren. Die übrigen 50 Millionen werden nach zehn Jahren über einen Zeitraum von zwei Dekaden fällig. Sie stammen aus dem Clean Technology Fund (CTF) der Weltbank. Das berichtet das Nachrichtenportal Worldbulletin.

Die Türkei erwirtschaftet derzeit 43 Prozent ihres Energiebedarfs aus Erdgas, ein Viertel aus Kohle- und Wasserkraft und nur sieben Prozent aus Erneuerbaren Energien. Das soll sich mit Hilfe der Weltbank langfristig ändern.

Entsprechende Projekte, um den Anteil der Erneuerbaren Energien zu erhöhen und die  stetig zunehmende Stromnachfrage zu befriedigen, sollen mit einer Garantie des türkischen Schatzamtes von der türkischen Elektrizitätsbehörde vorangetrieben werden. Potential bietet vor allem der türkische Solarenergiemarkt (mehr hier).

Die Türkei hat ein erhebliches Potenzial an Erneuerbaren Energien. Es sind aber beträchtliche öffentliche und private Investitionen erforderlich, um diese Ressource voll ausschöpfen“, so Martin Raiser, Weltbank-Landesdirektor für die Türkei. Sein Institut unterstütze die diesbezüglichen Bestrebungen der Türkei bereits seit mehr als zehn Jahren. Ziel sei es, den Energiesektor der Türkei, sicherer und weniger abhängig von Importen zu gestalten. Die jetzige Unterstützung sei ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung.

Bereits in den letzten zehn Jahren habe sich der Energiesektor in der Türkei von einem staatlich gesteuerten Sektor zu einem kommerziellen, liberalisierten Markt entwickelt, heißt es von Seiten der Weltbank. Stromausfälle hätten um mehr als die Hälfte abgenommen, und 4,6 Millionen Haushalte seien zusätzlich ans Stromnetz angeschlossen worden. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien würde die Türkei zudem Emissionen von ca. 1,01 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich vermeiden.

Die Weltbank unterstützt die türkischen Energiereformen eigenen Angaben zufolge mit Krediten und umfassender technischer Beratung. Das Programm der Weltbank umfasst demnach Energieumstrukturierung, Liberalisierung und Privatisierung, Einführung von Marktwettbewerb, Finanzierung wichtiger Rehabilitations- und Expansionsarbeiten und Förderung privater Investitionen. Durch die Arbeit der Weltbank im Bereich erneuerbarer Energien sei die Realisierbarkeit privater Projekte in diesem Bereich nachgewiesen worden, die in der Türkei von vernachlässigbaren Werten im Jahr 2004 auf derzeit ca. 1500 Megawatt angewachsen seien. Aufgrund der privaten Erzeugung erneuerbarer Energien könne das Land Emissionen von ca. 1,01 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich vermeiden.

WeltbankGelder wurden unter anderem auch zur Finanzierung der Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline, die aserbaidschanisches Öl in die Türkei führt, verwendet. Diese hat der Turkish Petroleum Corporation (TPAO) seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2005 bereits zwölf Milliarden Dollar an Einnahmen beschert. Die Türkei ist mit 6,53 Prozent am BTC-Konsortium beteiligt. Unumstritten war ihre Realisierung allerdings nicht. So hatten Umweltschützer die Pipeline bekämpft, da sie durch erdbebengefährdete Natur- und Wasserschutzgebiete führt. Kritiker in Aserbaidschan wurden mundtot gemacht (mehr hier).

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