Sanktionen gegen Russland: So hart trifft es die Gastarbeiter

Die Sanktionen der EU und der USA treffen neben Russland auch andere Staaten. Experten rechnen mit politischen Unruhen in den Nachbarländern. Denn viele sind auf das Geld der Gastarbeiter in Russland angewiesen.

Wegen der Annexion der Krim und weiteren Vorfällen in der Ukraine verhängten die EU und die USA Sanktionen gegen Russland. Indirekt treffen diese Maßnahmen jedoch auch die Nachbarstaaten Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan. Während Russland auf große Reserven zurückgreifen kann, würden den kleinen Nachbarstaaten finanzielle Konsequenzen drohen, so Beobachter.

Entsprechende Bedenken hinsichtlich der Sanktionen gegen Russland äußerte zuletzt die Asiatische Entwicklungsbank (ADB). Ihrer Ansicht nach seien die ehemaligen Sowjet-Staaten Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan dann ebenso betroffen. Usbekistan könne hypothetisch von den Sanktionen profitieren, da es mehr Gas und Öl liefern könnte. Die beiden anderen Länder seien allerdings auf den Geldfluss der Saison-Arbeiter aus Russland angewiesen (mehr hier).

Geteilt wird diese Einschätzung vom Präsident der Gesellschaft für Politische Immigranten aus Zentral-Asien, Bahrom Hamroev. Er hält zwar die Sanktionen gegen Russland für notwendig. Doch hätten sie auch Auswirkungen auf andere Staaten. „Für diese Länder hätten sie nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Konsequenzen“, so Hamroev. Wenn die Arbeiter in Russland ihre Arbeit verlören, bekämen die Familien kein Geld mehr. Dieser Umstand könne zu Unruhen in den jeweiligen Ländern führen, berichtet uznews. Kehrten die arbeitslosen Lohnabhängigen dann auch zurück, würde sich die Situation zusehens verschlimmern.

Kirgisistan wäre übrigens härter betroffen als Usbekistan, da von dort proportional mehr Arbeiter kommen. Hamroev geht davon aus, dass die Sanktionen gegen Russland die zentral-asiatischen Länder also insgesamt härter treffen als Russland.

Mit einem Anteil von fast sieben Prozent an der arbeitenden Bevölkerung verfügt Russland im Augenblick über die größte Zahl illegaler Migranten weltweit. Das geht aus dem  Migrationsausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2012 hervor. Allein 2010 seien 960.000 illegale Arbeiter ins Land geströmt. Das seien mehr als doppelt so viele wie in die USA, so RIA Novosti. Nur 2,5 Prozent der geschätzten 75 Millionen russischen Beschäftigten sind legal ins Land immigriert. Im Jahr 2010 stellten die einstigen sowjetischen Staaten die wichtigsten Quellen für Migration nach Russland dar. Aus Kasachstan strömten 28,000 Menschen ins Land. 27,500 kamen aus der Ukraine, 24,000 waren usbekische Staatsangehörige.

Mehr zum Thema:

Wirtschafts-Krieg gegen Russland: USA erwartet Unterstützung von der EU
Krim-Krise: Turkish Airlines streicht Flüge nach Simferopol
Ukraine-Krise: In russischen Banken stecken Milliarden aus dem Westen

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.