Jetzt doch: Türkei ist assoziiertes Mitglied der CERN in Genf

Die Türkei ist nun assoziiertes Mitglied in der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN). Nach zwischenzeitlicher Ablehnung gegen dieses Vorhaben, hat sich die türkische Regierung nun doch dafür entschieden. Türkische Wissenschaftler begrüßen die Entscheidung.

CERN-Vorsitzender Rolf Heuer und der türkische Energieminister Taner Yildiz haben am Montag, den 12. Mai, einen Abkommen unterschrieben, das letztlich zur Vollmitgliedschaft der Türkei in der Organisation führen soll. Das Forschungszentrum liegt im schweizerischen Genf.

„Die türkische Wissenschaftsgemeinde hat einen lange und beachtliche Beteiligung am CERNer Programm, welches sich auf über 40 Jahre zurück erstreckt“, sagte Professor Heuer. Aus diesem Grund sei es ihm ein großes Vergnügen und eine große Ehre, diese Beziehung mit der Unterzeichnung zu besiegeln.

„Dies ist ein sehr besonderer Moment für die Türkei und die türkische Wissenschaftsgemeinde“, sagte Yildiz. Diese Mitgliedschaft spiegle die Jahrzehnte langen Bemühungen der türkischen Wissenschaftler an diesem Projekt, so Yildiz weiter. Er sei vollkommen überzeugt davon, dass sich die Zusammenarbeit weiterentwickeln und beide Seiten davon profitieren würden, wird er auf der Homepage von CERN zitiert.

Jahrzehntelanger Beobachterstatus

Die Organisation hatte für eine Erweiterung vor vier Jahren den Status einer assoziierten Mitgliedschaft eingeführt. Für eine Vollmitgliedschaft müssen die assoziierten Mitglieder dann eine Frist von zwei Jahren erfüllen. Bereits seit 1961 hat die Türkei einen Beobachterstatus am CERN inne. 2008 wurde ein Kooperationsabkommen zwischen CERN und dem Türkischen Institut für Atom-Energie (TAEK) unterzeichnet. Seither beteiligten sich türkische Physiker an Experimenten und konnten zu wichtigen Ergebnissen beitragen. 110 türkische Wissenschaftler sind in CERN registriert.

2012 stand die Türkei dem CERN ablehnend gegenüber. Die hohen Mitgliederbeiträge von 50 Millionen Dollar sah die türkische Atomenergiebehörde (TAEK) als nicht rentabel an (mehr hier). Darüber hinaus war die türkische Technologie noch nicht auf dem erforderlichen Stand, berichtet Hürriyet DailyNews. Physiker hatten die Entscheidung damals scharf kritisiert. 31 Wissenschaftler wandten sich sogar mit einem Brief an den Premierminister. „Eine CERN-Mitgliedschaft ist für Physiker, aber auch für den wachsenden privaten Sektor von größter Wichtigkeit. Um unser Ansehen als regionale Macht zu erhöhen, müssen wir das bewahren, was wir bis heute erreicht haben und unseren Weg in Richtung einer CERN-Vollmitgliedschaft weiter verfolgen.“ Mittlerweile verfügt die Türkei über einen eigenen Teilchenbeschleuniger, der in der Nähe von Ankara steht (mehr hier).

Türkische Wissenschaftler dürfen nun am CERN-Rat teilnehmen. Sie dürfen auch an verschiedenen Entwicklungsprogrammen mitarbeiten. Schließlich darf sich die türkische Industrie am CERN beteiligen, was ihr neue Möglichkeiten in der Technologie-Branche eröffnet.

Die CERN gilt als das weltgrößte Forschungszentrum auf dem Gebiet der Teilchenphysik.

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