Kurios: Koranklänge sollen Pflanzen schneller wachsen lassen

Ein Schülerprojekt sorgt derzeit in den türkischen Medien für Aufsehen. Eine kleine Nachwuchswissenschaftlerin will nachgewiesen haben: Die Rezitationen des Korans kann die gleiche Wirkung auf das Pflanzenwachstum haben, wie klassische Musik. Profund ist ihre „Forschung“ natürlich nicht.

Orchestermusik soll Pflanzen bei ihrem Wachstum unterstützen. Das ist nicht nur eine landläufige Meinung. Hierzu hat die Wissenschaft bereits einschlägige Untersuchungen angestellt. Unvergessen ist etwa eine dreistündige Probe des Londoner Royal Philharmonic Orchestra vor dutzenden Topfpflanzen im Jahr 2011. Zu hören bekamen die unzähligen Geranien, Fuchsien und Co. unter anderem Mozarts Sinfonie Nr. 40 g-moll. Eindeutige Ergebnisse lieferte das ungewöhnliche Konzert allerdings nicht. Eine türkische Schülerin wollte es nun wissen und hat sich ebenfalls mit diesem Thema befasst. Sie ist sich sicher: Nicht nur klassische Musik, auch der Koran regt das Pflanzenwachstum an. Rockmusik soll übrigens den gegenteiligen Effekt haben.

Fatma Akkılıç von der Milas Semiha Altunkan in der westtürkischen Provinz Muğla zeichnet für das ungewöhnliche Wissenschaftsprojekt verantwortlich. Statt klassischer Musik spielte sie ihren Pflanzen Koranz-Rezitationen vor und statt rockiger Klänge gab es türkische Arabeske-Songs.

Über 20 Tage lange wurde eine Pfeffer-Pflanze jeweils fünf Stunden lang entsprechend mit religiösen Gesängen beschallt. Eine andere bekam nur die traditionellen Sounds zu hören. Eine dritte hingegen gar nichts, so die türkische Zeitung Hürriyet.

Für Akkılıç sind die nun erzielten Resultate eindeutig. Die Pflanze, die den Koran zu hören bekam, wuchs in der gesamten Zeit ganze 20 Zentimeter. Jene, die in einer stillen Umgebung verblieb, kam auf 13 Zentimeter. Diejenige, die Arabeske zu hören bekam, wuchs hingegen gar nicht. Für die Schülerin ist damit klar: Der Koran tauge durchaus als eine Art Düngemittel. Ihr Rat: Statt auf Gentechnik sollten die Landwirte lieber hierauf setzen.

Ob an diesen Thesen tatsächlich etwas dran ist, darüber streitet sich die Wissenschaft. Das Forschungszentrum Jülich jedenfalls wirft eine ziemlich ernüchternde Perspektive in die Runde: Das Institut testete nämlich schon vor Jahren das Wachstum von Sonnenblumen und den Einfluss von Musik, Sprache und Waldgeräuschen. Ihr Ergebnis: Die akustischen Signale führten keinesfalls zu keiner Steigerung des Wachstums. Warum dieses aber dennoch besser ausfällt, liegt für die Forscher auf der Hand: Es scheint, dass jemand, der regelmäßig mit seinen Pflanzen spricht, eher feststellt, ob diese mal wieder Wasser oder Dünger benötigen.

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