Katastrophe von Soma: Türkische Geschäftswelt startet Hilfsmaßnahmen

Die Anteilnahme nach dem Grubenunglück in Soma ist immens. Viele Unternehmen unterstützen die Betroffenen vor Ort mit Hilfsgütern und technischen Mitteln. Die größte Hilfe kommt von den Finanzinstituten und Kommunikations-Unternehmen.

Die türkische Geschäftswelt hat sich mobilisiert, um die Helfer in Soma zu unterstützen. Führende Unternehmen und Universitäten beteiligen sich an Kampagnen, um den Betroffenen beizustehen. Einige Banken sollen bereits erklärt haben, die Schulden der Minen-Opfer zu tilgen. Auch Mobilfunkbetreiber sollen Hilfe Angeboten haben, um die Kommunikation weiterhin zu ermöglichen.

Während Hilfen aus dem ganzen Land Soma erreichen, verzichten die Retter bislang auf Hilfsorganisationen aus dem Ausland (mehr hier).

Die Türkische Börsenvereinigung (TOBB) hat eigenen Angaben zufolge, eine Soforthilfe in Höhe von fünf Millionen Türkische Lira, umgerechnet 1,73 Millionen Euro, zur Verfügung gestellt. Sie rief alle Unternehmen auf, sich an der Hilfs-Kampagne zu beteiligen. Die TOBB wolle die Hinterbliebenen unterstützen, sagte der Vorsitzende Rifat Hisarcıklıoğlu in Istanbul. Im Namen der TOBB wolle man eine landesweite Hilfskampagne ausrufen, um finanziell zu helfen, berichtet Hürriyet Daily News.

Auch türkische Kreditgeber beteiligten sich an den Hilfen, berichtet das Blatt weiter. Man werde den Lohn der Verstorbenen und Verletzten des Unfalls weiterhin auszahlen. ING, Akbank und die Islamische Asya Bank seien die ersten Geldinstitute die erklärten, man werde die Darlehensschulden der Opfer streichen. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

Akbank CEO Hakan Başgil sagte: „Persönliche Schulden von Minenarbeitern, die ihr Leben in diesem schrecklichen Unfall verloren haben, werden wir streichen und die Lohnfortzahlung der Verletzten nach ihrer Bedürftigkeit organisieren.“ Weiter erklärten die Banken, man werde die Anteile an den Lebensversicherungen an die Verbliebenen ausbezahlen.

Um die Kommunikation in Soma weiterhin zu ermöglichen, hätten die größten Mobilfunkanbieter Vodafone und Turkcell technische Hilfsmittel zugesichert. Direkt nach Bekanntwerden des Unglücks seien die notwendigen Maßnahmen eingeleitet worden, um eine unbehinderte Kommunikation in Soma zu ermöglichen.Vor Ort seien mobile Funkstation errichtet worden. Zudem habe man die Datenspeicherkapazität am Unglücksort erhöht.
Turkcell habe ihren Kunden in der Region zusätzliche Mobil-Einheiten zu Verfügung gestellt und ihre Internetgeschwindigkeit erhöht.

An den Hilfen beteiligten sich auch regionale Politiker. Sie hätten eine Hilfskampagne unter dem Namen „Soma Minenarbeiter sind nicht allein“ gestartet und würden die Betroffenen und die Helfer materiell und finanziell unterstützen, berichtet objektifhaber.

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