CDU-Vize ruft Deutsch-Türken zum Boykott gegen Erdoğan auf

Julia Klöckner ist CDU-Vizevorsitzende und will Erdoğan nicht in Deutschland haben. Der habe ein Empathie-Defizit. Sie fordert die Deutsch-Türken zum Boykott gegen ihn auf. Doch ansonsten ist ihr die Situation der Deutsch-Türken offenbar egal.

Die CDU-Politikerin Julia Klöckner fordert die Deutsch-Türken auf, den geplanten Deutschland-Besuch Erdoğans zu boykottieren. Sie hoffe, dass möglichst viele Türkischstämmige in Deutschland der Veranstaltung in Köln nicht beiwohnen werden, sagte sie der Welt.

Die CDU-Vizevorsitzende beschwert sich vor allem über Erdoğans fehlende Empathie „sowohl beim Umgang mit dem Bergwerksunglück als auch generell gegenüber den Bedürfnissen der Türken nach Wahrung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit.“

Erdoğan-Kritik ist auch in den Augen vieler Deutsch-Türken berechtigt und erwünscht. Doch warum jene Kritik ausgerechnet von Klöckner kommt, verwundert viele Menschen. Mit empathischen Verhaltensweisen hatte die ehemalige Deutsche Weinkönigin im NSU-Prozess nicht brilliert. Denn zu Beginn des Prozesses regte sie sich darüber auf, warum das Kruzifix im Gerichtssaal des OLG München abgehängt wurde. Das war für sie offenbar das wirklich Wichtige am Prozess.

Der Bild sagte sie:

„Das aufgeklärte Christentum und das christliche Bild vom Menschen sind Grundlagen unseres Grundgesetzes, auf dem unsere Rechtsprechung beruht.“

Doch auch mit dem „aufgeklärten Christentum“ – was immer das auch ist – nimmt es Klöckner nicht ernst. Denn sie ist eine scharfe Kritikerin des Abtreibungs-Rechts und Gegnerin der Homo-Ehe. Sie tritt auch für ein Verbot der Stammzellenforschung ein und ist gemeinsam mit Papst Franziskus Botschafterin der Initiative EINER VON UNS.

Klöckner hat das Recht, ihre persönliche Meinung zu äußern. Doch sie hat nicht das Recht, den Menschen in Deutschland vorzuschreiben, wie sie zu denken oder zu handeln haben. Diesen Anspruch können weder deutsche noch türkische Politiker erheben.

Zudem ist sie aufgefordert, sich für die Opferfamilien der Türken-Morde einzusetzen.

Dadurch kann sie ihre christliche Empathie unter Beweis stellen.

 

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