„Museum der Unschuld“: Orhan Pamuk erhält Museums-Oskar

Der European Museum of the Year Award (EMYA) des Europäischen Museumsforums (EMF) wurde in diesem Jahr zum 37. Mal verliehen. Ausgezeichnet werden sollen damit Museen, die mitunter besonders innovativ arbeiten. In diesem Jahr ging der Museums-Oskar an das Istanbuler Projekt des türkischen Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk. Neben seinem Museum wurde auch ein weiteres türkisches Haus mit einer Auszeichnung bedacht.

Das „Museum der Unschuld“ von Orhan Pamuk hat die renommierte Museumsauzeichnung EMYA 2014 erhalten. Das Haus erhielt die Trophäe „The Egg“ von Henry Moore. Ein weiterer Preis ging an das Baksı Museum in Bayburt.

Das Museum der Unschuld kann schlicht als ein historisches Museum betrachtet werden, das das Leben in Istanbul in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt. Das von Autor Pamuk kreierte Museum ist aber auch eine Objekt-basierte Version der fiktiven Liebesgeschichte seines gleichnamigen Romans“, heißt es in der Erklärung des EMF. Das Museum der Unschuld sei ein kleines und persönliches, lokales und nachhaltiges Modell für eine neue Museumsentwicklung. Es inspiriere und stelle innovative, neue Paradigmen für den Museumssektor vor.

Unter den insgesamt 36 Nominierten für den European Museum of the Year Award befanden sich auch sechs Museen aus der Bundesrepublik, so der Deutsche Museumsbund. Das Museum für Kommunikation in Nürnberg, das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden, das Kunstmuseum Ravensburg, die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, das Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin sowie das StadtMuseum Fellbach mit MörikeKabinett.

Der Museumspreis des Europarats 2014 verlieh der Ausschuss für Kultur, Wissenschaft, Bildung und Medien der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) unterdessen dem Baksı Museum in der östlichen Provinz Bayburt. Das Museum gewann die Trophäe „La femme aus beaux seins von Joan Miró“, die sie nun für ein Jahr tragen wird. In seiner Begründung für die Vergabe erläuterte das EMF: Das Museum zeugt von der Vision seines Begründers, Hüsamettin Koçan, und der 160 zeitgenössischen Künstler, die ihn umgeben und danach streben, hochwertige Kunst und forschrittliches Design in dieses wenig entwickelte Gebiet Nordanatoliens zu bringen. Das Museum hat sich zum Ziel gesetzt, die Kluft zwischen Zentrum und Peripherie zu überbrücken, aber gleichzeitig der lokalen Bevölkerung zu helfen, kulturell und wirtschaftlich in ihrer Heimat verwurzelt zu bleiben und das Fortbestehen ihres kulturellen Erbes mittels der Wiederbelebung der traditionellen Herstellung von Webereien und Textilien zu sichern.

Der Europäische Museumspreis wird bereits seit 1977 jährlich unter der Leitung des Europarates verliehen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen seither besonders innovative und außergewöhnliche Leistungen von historischen und kulturgeschichtlichen Museen. Zudem müssen die Häuser vor maximal drei Jahren neu errichtet oder neu gestaltet worden sein.

Das EMF ist eine Non-Profit-Organisation, die das Ziel verfolgt, die Besucherorientierung und Publikumswirksamkeit der europäischen Museen zu verbessern und zu steigern. Für die Auszeichnung dürfen sich Häuser aller 47 Mitgliedsstaaten des Europarates bewerben.

Die Zeremonie zur Bekanntgabe des Gewinners fand vom 14. bis 17. Mai in Tallinn, Estland statt. Die Auszeichnung selbst wurde am Samstag, den 17.Mai, am Ende der Jahrestagung des European Museum Forum vergeben.

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