Erasmus-Programm: Türkei unterschreibt neue Kooperation bis 2020

Die Türkei bleibt dem Erausmus-Programm auch weiterhin treu. Aktuell wurde eine neue Vereinbarung unterzeichnet. Diesmal geht es um das so genannte „Erasmus+“-Programm. Angelegt ist es für die Zeit von 2014 bis 2020.

Wie das türkische Ministerium für EU-Angelegenheiten mitteilt, würde das neue „Erasmus+“-Programm der Türkei jährlich Fördergelder in Höhe von 125 Millionen Euro zukommen lassen. Über den gesamten Zeitraum von sieben Jahren seien es sogar gut 900 Millionen Euro.

Der türkische Minister
für EU-Angelegenheiten und Chefunterhändler, Mevlüt Çavuşoğlu,
gab an, dass das Programm, welches auch als gemeinschaftliches Aktionsprogramm zur Förderung der Mobilität von Hochschulstudenten bekannt ist,darauf abziele, 70.000 türkische Bürger nach Europa zu entsenden. Çavuşoğlu zufolge biete das Programm den Bürgern Bildung, Ausbildung, Jugend und Sport. In einer ersten Bewerbungsphase sei das Interesse bereits hoch gewesen, so die türkische Zeitung Sabah.

Bis 2020 stehen fast 15 Milliarden Euro zur Verfügung

„Erasmus+“ folgt ab diesem Jahr den Programmen Lebenslanges Lernen, Jugend in Aktion sowie den fünf internationalen Programmen Erasmus Mundus, Tempus, Alfa, Edulink sowie dem Programm für die Zusammenarbeit mit industrialisierten Ländern in einem neuen integrierten und vereinfachten Programm nach. Neu ist darüber hinaus auch, dass Sportinitaitiven, vor allem im Bereich Breitensport, finanziert werden. Bis 2020 sollen nach bisherigem Stand 14,7 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. 77 Prozent davon gehen fix an den Bildungsbereich. Zehn Prozent in den Bereich Jugend.

Offen steht das im Januar gestartete Programm allen Lernenden sowie Lehrkräften, Ausbilderinnen und Ausbildern in allen öffentlichen und privaten Einrichtungen, die in der allgemeinen und beruflichen Bildung, im Jugend- und im Sportbereich tätig sind. Außerdem werden in allen Sektoren nicht formale Lernerfahrungen und Tätigkeiten gefördert. „Mit ihrem neuen Programm Erasmus+ will die EU das Kompetenzniveau und die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen verbessern und die allgemeine und berufliche Bildung sowie die Jugendarbeit modernisieren“, heißt es hierzu auf der Internetseite der Europäischen Kommission. Ziel sei es, die Annäherung der Bildungs- an die Arbeitswelt, um derzeitige Qualifikationslücken in Europa zu schließen.

Erasmus: Die Türkei ist seit 2004 dabei

Das Erasmus-Programm existiert bereits seit 1987. Mit dem Jahr 2007 wurde es Teil des übergeordneten europäi­schen Bildungsprogramms „Lifelong Learning Programm“ (LLP), das neben der Hochschul­bildung auch andere Bildungsbereiche umfasst. Dieses LLP hatte eine Laufzeit von sieben Jah­ren. Es endet nun mit dem Ablauf des akademischen Jahres 2013/14. Ab dem Herbstsemester 2014 gibt es jetzt das neue EU-Bildungsprogramm.

Die Türkei trat dem Erasmus-Programm im Jahr 2004 bei. Allein 2013 gab es für die Türkei 116 Millionen Euro an EU-Fördergeldern (mehr hier). Zuletzt wurde befürchtet, dass die EU einen Stopp der Kooperation mit der Türkei ausrufen würde. Wie die Kommission im März mitteilte, waren an sie Vorwürfe herangetragen worden, dass es „fehlende Transparenz bei der Einstellung von Personal und Verstöße gegen EU-Regeln für Beschaffungsvereinbarungen“ gegeben habe solle. Dadurch sei es zu „Unregelmäßigkeiten“ gekommen. In den türkischen Medien kursierte der Verdacht, dass der damalige türkische Minister für EU-Angelegenheiten, Egemen Bağış, Erasmus-Funds für die Zwecke seines Ministerums missbraucht habe und das Geld deshalb nicht wie eigentlich vorgesehen den involvierten Studenten zugute gekommen sein soll.

Hier geht es zum Programmhandbuch.

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