Charta der Vielfalt: Jetzt unterschreibt auch das Bundeskriminalamt

Bereits am 16. Mai hat das Bundeskriminalamt (BKA) die so genannte „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet. Den Schritt hin zu mehr Vielfalt auch im öffentlichen Dienst vollzog BKA-Präsident Jörg Zierke im Beisein von Staatsministerin Aydan Özoğuz (SPD). Das BKA verpflichtet sich damit, ein Arbeitsumfeld frei von Vorurteilen zu schaffen.

Die Vielfalt der Gesellschaft muss sich auch im öffentlichen Dienst – insbesondere in den Reihen der deutschen Polizei widerspigeln. Dieser Forderung der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoğuz, hat sich das Bundeskriminalamt nun mit ihrem Beitritt zur „Charta der Vielfalt“ verpflichtet.

Im Rahmen der Unterzeichnung durch BKA-Präsident Jörg Zierke stellte die Tochter türkischer Gastarbeiter heraus:

„Verwaltung und Behörden müssen sich für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte öffnen, wenn sie zukünftig ihre Aufgaben angemessen erfüllen und attraktive Arbeitgeber sein wollen.“

Nach Ansicht der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD und Vorstandsmitglied des Vereins „Charta der Vielfalt“ gelte dies besonders für die Polizeiarbeit, die heute nicht nur viele Sprachen, sondern auch vielfältige Blicke und Perspektiven brauche, wenn sie national wie international erfolgreich sein wolle. Sie begrüßt, dass das Bundeskriminalamt diesen Weg zu mehr Vielfalt nun „entschiedener und offensiver“ gehen wolle. Umgesetzt werden könne dieses Ziel immer noch am einfachsten, wenn die Behörde als Ganzes, also sowohl die  Leitung also auch Mitarbeiter und Personalvertretung Vielfalt als Chance begreifen würden.

Bereits seit 2006 will die „Charta der Vielfalt“ nach dem französischen Vorbild der Charte de la diversité die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in Deutschland voranbringen. Die Schirmherrschaft hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Am 10. September 2010 wurde der dazugehörige Verein „Charta der Vielfalt e. V.“ gegründet, in dem derzeit 18 Großunternehmen und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Mitglieder firmieren. Bislang haben auf Initiative von BP Europe SE, Daimler, der Deutschen Bank und der Deutschen Telekom über 1.700 Unternehmen und Institutionen mit 6,7 Millionen Beschäftigten unterzeichnet.

Mit seiner Unterzeichnung bekennt sich jetzt auch das BKA dazu, „ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei ist von Vorurteilen und in dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität“, so die Bundesregierung.

Unter der Ägide des Charta der Vielfalt e.V. fand bereits im Juni 2013 erstmals ein Deutscher Diversity-Tag statt. Teilgenommen haben rund 240 Organisationen und Unternehmen mit knapp zwei Millionen Beschäftigten. am 21. Mai 2014 hat der Verein ein neues Dossier zu unbewussten Vorurteilen in der Arbeitswelt veröffentlicht. Hintergrund der Publikation ist nach eigenen Angaben:

„Unbewusste Vorurteile, Rollenklischees und Stereotype prägen das menschliche Verhalten mehr, als lange angenommen. Das hat gravierende Auswirkungen auf Entscheidungsprozesse in Unternehmen – insbesondere, wenn es um die Einstellung neuer Beschäftigter oder um Beförderungen geht.“

Es sei daher essenziell, dass sich Unternehmen mit dem Phänomen der unbewussten Vorurteile beschäftigten und neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung in konkrete unternehmensinterne Prozesse übersetzen würden, so Aletta Gräfin von Hardenberg, Geschäftsführerin des Vereins Charta der Vielfalt e.V.

Hier die Übersetzung der Charta in türkischer Sprache.

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