Kleidung und Verhalten: Österreich stellt „Benimm-Regeln“ für reiche Araber auf

Arabische Urlauber benehmen sich nicht so, wie es die Einheimischen aus Zell am See von ihren Gästen erwarten. Eine Broschüre mit „Benimm-Regeln“ soll nun die Touristen aufklären. Gestört fühlt man sich vom hinterlassenen Müll und der Verschleierung der Damen.

Der Ort Zell am See lebt vom Tourismus. Neben den Deutschen kommen die meisten Besucher aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi Arabien. Diese hatten im Jahr 2013 insgesamt 275.000 Übernachtungen in dieser Region gebucht. Im stärksten Monat August, sind 36 Prozent der Besucher Araber. Sie geben durchschnittlich 240 Euro- und damit doppelt so viel wie andere pro Tag aus. Dennoch fühlen sich die Einheimischen gestört. Nun soll es eine Broschüre richten.

Verschleierung passt nicht ins Bild

Es gäbe Betriebe, die Gäste mit Verschleierungen nicht reinließen, sagt Tourismus-Chefin Renate Ecker. Dies sei der Hauptgrund, warum man mit Ablehnung reagiere. Peter Padourek, konservativer Bürgermeister der Stadt, sagt: „Wenn eine einzelne Gästenation irgendwo massiv auftritt, dann ist das ein Problem. Bei den Arabern ist das massive Auftreten durch die Burka sichtbar“. Dies sorge für Irritation unter den Einheimischen, so Padourek. Gäste aus anderen Ländern hätten ein anderes Bild von der Region, zitiert ihn die Salzburger Nachrichten.

Müll und Verstoß gegen die Verkehrsregeln

Doch das Aussehen ist nicht das einzige, was die Leute stört. Gäste aus dem Orient ließen oft ihren Müll liegen und hielten sich nicht an die Verkehrsregeln. Sie würden viel zu schnell fahren, falsch parken und die Kinder nicht anschnallen. 2013 sei sogar deswegen ein Kind bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, so das Blatt weiter.

Hotelier Wilfried Holleis ist da ganz anderer Meinung: Mit der Arabern habe er keine Probleme. Er halte die Diskussion für intolerant. „Das ist Apartheid im Tourismus“, so Holleis

Broschüre für Verhaltensregeln

Renate Ecker warnt davor, die Hand zu beißen, die einen füttert. Wenn die Araber ausblieben, verursache das einen großen Schaden für die Tourismus-Branche in dieser Region.

Der Tourismusverband, die Polizei und die österreichisch-arabische Handelskammer haben jetzt gemeinsam eine Broschüre mit dem Namen „Where cultures meet“ über das Verhalten verteilt. Damit wolle man die Spielregeln vermitteln, um die Akzeptanz zu erhöhen. Kleidung werde zwar nicht direkt thematisiert. Doch weise man darauf hin, dass österreichische Frauen frei in ihrer Kleiderwahl seien. Weiter heißt es in der Broschüre, dass man nicht auf dem Boden esse, dass man Müll im Mülleimer entsorgen müsse und dass Preise nicht verhandelbar seien. Genaue Auszüge veröffentlichte die Daily Mail.

Sieht man sich die Punkte in der Broschüre an, so fällt auf, dass sie auch Vorurteile bedient. Mit der Kleider-Aufklärung unterstellt man den arabischen Frauen, sie seien in ihrer Kleiderauswahl nicht frei. Eine Leserin antwortete auf den Artikel: „So ein Quatsch. In Tunesien, Marokko, Türkei, Ägypten, Dubai, Abu Dhabi, Jordanien, usw. haben alle Touristinnen westliche Kleidung und Bikinis an. Von wegen anpassen, so ein unglaublicher Quatsch.“

Die chinesische Tourismus-Behöre geht beim Thema Benehmen in fremden Ländern anders vor: Reisende bekommen ein Handbuch mit dem Titel „Richtlinien für Auslandsreisende„. Darin werden genaue Angaben darüber gemacht, wie man sich in welchem Land zu verhalten hat.

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