Türkei: Profiteur der europäischen Energiewende

Während Politik und Wirtschaft die Energiewende in Europa vorbereiten, kann die Türkei ihren eigenen Nutzen daraus ziehen: Die EU-Beitrittsverhandlungen zum Thema „Energie“ könnten nun fortgeführt werden. Bislang wurden sie von Zypern blockiert, dem Gaslieferanten der Zukunft.

Die Entscheidung der EU, die Energiewende einzuleiten, könnte eine positive Wirkung auf die Beitrittsverhandlungen der Türkei haben. Die Eröffnung des 15. Kapitels „Energie“ rückt in greifbare Nähe. Wegen der Krise mit der Türkei, hatte Zypern weitere Verhandlungen verhindert.

Um die Beitrittsverhandlungen erfolgreich abzuschließen, muss die Türkei Reformen durchführen und Anpassungen an europäische Standards verwirklichen. 35 Kapitel müssen abgearbeitet werden.

Energiekommssion bereit, Verhandlungen aufzunehmen

Der deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger sagte: „Die Kommission schätzt seit Jahren ein, dass die Türkei ausreichend vorbereitet ist, um die Verhandlungen im Bereich Energie zu beginnen“. Seiner Meinung nach könne dieses Kapitel eröffnet werden. Die Kommission habe dies bereits einige Male öffentlich gefordert, berichtet World Bulletin. „Jedoch müssen alle 28 Mitgliedsstaaten einstimmig dafür stimmen, und dies war bislang nicht der Fall“, so der CDU-Politiker weiter. Die Zypernkrise mit der Türkei habe seither diesen Schritt verhindert (mehr hier).

Druck auf Zypern, Gespräche fortzuführen

Samuel Doveri Vesterbye, Mitglied der Gruppe Young Friends for Turkey, sagte: „Frankreich hat seine Haltung gegenüber der Türkei geändert (…), die Situation auf Zypern ändert sich sehr schnell. Dies ist ein Ergebnis des US-Drucks auf die Insel.“ Die Türkei, die EU und andere regionale Entscheidungsträger bestünden auf mehr Treffen und Verhandlungen, so das Blatt weiter (mehr hier).

Der Forschungsdirektor des italienischen Think-Tanks Istituto Bruno Leoni, Carlos Stagnaro, sagte: „Beide Parteien würden von der Integration des Marktes und der effizienteren Nutzung der Energieanlagen profitieren.“ Ein großer Raum für Kooperationen bestünde auch auf dem Gebiet der Energiesicherheit. Die Türkei sei für die EU ein wichtiges Transitland für natürliches Gas. Europa sei der bedeutenste Markt für Gas, das durch die Türkei fließt, so Stagnaro weiter.

Peter Stano, Sprecher des EU-Kommissars für Erweiterung Stefan Füle, nannte die Ziele mit der Türkei in den Jahren 2014 bis 2020. Diese lägen in der „Verbesserung der Verbindungen und der Integration der Türkei mit dem europäischen Strom- und Gasmarkt.“ Darüber hinaus solle die Nuklearsicherheit auf EU-Standard gebracht werden.

Aylin Caglayan Özcan, Mitarbeiter des EU-Ministeriums in der Türkei, sagte, die Türkei gleiche bereits ihre Energiepolitik an EU-Standards an. Dieser Bereich werde wie ein geöffnetes Kapitel behandelt, welches als „Arbeit, die erledigt werden muss“ betrachtet wird.

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