Polnische Satanisten-Band aus Russland verbannt

Eine polnische Musikgruppe wurde aus Russland verwiesen. Angeblich hätten sie kein gültiges Visum gehabt. Dem Rauswurf gingen Proteste aus den christlichen Lagern voraus.

Eine Metal-Band aus Polen musste ihre Russland-Tour abbrechen. Grund dafür war eine Uneinigkeit mit den Migrationsbehörden. Ein Gericht in Jekaterinburg verurteilte die Mitglieder der Gruppe „Behemoth“ zu einer Geldstrafe von 2000 Rubel, umgerechnet 43 Euro, und verwies sie des Landes.

Die Behörden gaben an, dass die Musiker mit einem falschen Visum angereist seien, schrieb der Frontmann Adam „Nergal“ Darski auf seiner Facebook-Seite. Russische Musikveranstalter teilten jedoch mit, dass es in Russland keine einheitliche Regelung für ein Visum für Musiker gäbe, berichtet The Moscow Times.

Die Band sei vor ihrem Konzert in Jekaterinburg verhaftet worden. Es seien weitere Konzerte auf ihrer „Russische Satanisten“ Tour durch Russland geplant gewesen.

Zuvor wurden Konzerte in weiteren Städten abgesagt. Ein starker religiöser Protest löste bei den Behörden offenbar Handlungsbedarf aus.

Lokalen Medien zufolge hätten einige Schlägertypen zudem auf Konzertbesucher in Novosibirsk eingeschlagen und die Bühne gestürmt.

Ultrakonservative Christen erstatteten bei der Polizei in Krasnodar Anzeige. Die Musikgruppe hätte gegen das im vergangenen Jahr erlassene Gesetz verstoßen, indem sie ihre „religiöse Empfindsamkeit“ verletzt hätten, so das Blatt weiter.

Demonstranten beschwerten sich, dass „Behemoths“ anti-christliche Texte und die Verherrlichung von Satan per se schon ein Verstoß gegen das Gesetz sei. Solche Anklagen können mit einer Haftstrafe von bis zu vier Jahren geahndet werden. Doch die Künstler wurden nach nur einer Nacht in einer mit „Exkrementen besudelten“ Zelle wieder freigelassen, so die Band selbst.

In den vergangenen Jahren hat sich eine starke religiöse Sicht in der Öffentlichkeit verfestigt. Die Regierung stuft immer öfter Ausstellungen, Theater, Filme als „unchristlich“ ein und verhindert so, dass sie sich verbreiten.

Bekanntestes Beispiel der jüngsten Zeit stellt die Frauenpunk-Band „Pussy Riot“ dar. Weltweit sorgte ihre Verhaftung für Empörung, weil sie angeblich die Würde der Kirche beleidigten, als sie maskiert in einem einer Kathedrale ihre Protestlieder sangen. Für weiteres Aufsehen sorgte die Regierung mit ihrem Vorgehen gegen Homosexuelle in der Öffentlichkeit (mehr hier).

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