Standard & Poor´s droht Türkei mit der Abstufung ihrer Bonität

Die Türkei behält zwar ihr Ranking durch Standard & Poor´s. Doch gleichzeitig warnt die Ratingagentur vor weiteren Unruhen im Land. Diese könnten die wirtschaftliche Stabilität und den langfristigen Wachstum gefährden. Nicht ohne Grund: Zuletzt forderten Unruhen erneut zwei Todesopfer.

Die Ratingagentur Standard & Poor´s gab ihre Bonitätsnote für die Türkei bekannt. Die Türkei behält ihr „BB+“, jedoch sähen die weiteren Ausblicke für das Land negativ aus. Diese Einstufung „spiegelt unsere Meinung über die anhaltenden Risiken zur Aussicht der türkischen Wirtschaft“, so ein Sprecher.

Diese Entscheidung kommt ein Tag nach dem Entschluss der türkischen Zentralbank. Diese hatte überraschend den Leitzins gesenkt. Dies sei die erste Senkung seit über einem Jahr, berichtet Business Report. Die Bank senkte ihren einwöchigen Rückkaufssatz von 10,0 auf 9,5 Prozent.

Die türkische Zentralbank ist de jure unabhängig. Doch wurde sie von der Erdoğan-Regierung unter Druck gesetzt, den Leitzins zu senken, so das Blatt weiter. Dies solle das Wachstum ankurbeln. Mit der Bewertung „BB+“ bleibt die Note weiterhin im Ramschbereich. Sie liegt damit eine Note unter dem Bereich, der sichere Anlagen kennzeichnet.

Gehen die politischen Unruhen im Land weiter, droht der Türkei eine Herabsetzung ihrer Kreditwürdigkeit. Bei neuerlichen Protesten im Land sind bislang zwei Menschen bei Polizeieinsätzen ums Leben gekommen. Nachdem am Donnerstag ein Unbeteiligter durch ein Geschoss am Kopf derart schwer verletzt wurde, dass er trotz Notoperation verstarb, traf es nur Stunden später einen Demonstranten, der den Folgen einer Explosion erlag (mehr hier). Erst in der Vorwoche brachen im Zuge des verheerenden Minenunglücks von Soma landesweite Proteste aus.

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