Türkei: Überlebende von Soma reichen Klage gegen Journalisten ein

Ein türkischer Journalist wirft den verstorbenen Bergbauarbeitern Kumpanei mit der AKP-Regierung vor. Deshalb könnte das Grubenunglück sogar gerecht gewesen sein. Doch die Überlebenden des Soma-Unglücks wollen diese Aussage nicht hinnehmen. Sie verlangen ein juristisches Nachspiel.

Die Überlebenden des Grubenunglücks von Soma haben eine Massen-Klage gegen den Hürriyet-Journalisten Yılmaz Özdil eingereicht.

Die Klage von 60 Bergbauarbeitern ging am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft von Soma ein, berichtet NTV Spor Haber.

Auf Grundlage des türkischen Strafgesetzbuches (TCK) können nach dem Paragraphen 216/3 gegen eine Person, die eine gesellschaftliche Gruppe auf Basis ihrer sozialen Herkunft, der Rasse, der Religion, der Konfession oder ihres Geschlechts verunglimpft, rechtliche Schritte unternommen werden.

Özdil hatte zuvor im Fernsehen gesagt:

„Die Opfer des Grubenunglücks wurden in den vergangenen Jahren mit Bussen zu den Veranstaltungen von Tayyip Erdoğan chauffiert. Während der Wahlkämpfe fungierten sie als Claqueure. Jetzt sagt der Premierminister, dass dieses Unglück ein routinemäßiger Unfall sei. Da stimme ich ihm zu. Man könnte sogar sagen, dass die Arbeiter dieses Unglück verdient haben.“

Der Journalist Yılmaz Özdil wollte scheinbar seine Wut über die Unterstützer der AKP zum Ausdruck bringen. Doch er hat sich massiv im Ton vergriffen. Nach dem Eklat verlangten mehrere türkische Zeitungen eine Entschuldigung von Özdil.

Doch Özdil beharrte auf seiner Position und schrieb in einer Kolumne, dass eine Kampagne gegen Regierungs-Kritiker laufe. Er und weitere Kollegen sollen mundtot gemacht werden. Schuld daran sei die gesamte türkische Medienlandschaft, die bei der Kampagne mitmache.

Mehr zum Thema:

Schweres Trauma: Kumpel von Soma können nicht zur Arbeit gezwungen werden
Hilfe für Hinterbliebene von Soma: Fußballstar Didier Drogba spendet eine Million Dollar
Minenunglück von Soma: Mittlerweile acht Verantwortliche festgenommen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.