Mavi Marmara-Vorfall: Ägypten soll Falsch-Information an Israel gegeben haben

Ein ehemaliger türkischer Diplomat beschuldigt die ehemalige Mubarak-Regierung für den Mavi Marmara-Vorfall. Der frühere ägyptische Geheimdienst-Chef habe die Israelis mit Falsch-Informationen gefüttert, um einen Überfall auf die Flotilla zu provozieren.

Offenbar ist der Mavi Marmara-Vorfall auf Falsch-Informationen Ägyptens zurückzuführen, die die ehemalige Mubarak-Regierung an Israel übermittelt haben soll. Das schreibt zumindest der türkische Ex-Botschafter zu Tel-Aviv, Oğuz Çelikkol, in seinem neuen Buch. Der Titel lautet „From One-Minute to Mavi Marmara“.

Eine Hauptrolle in der Mavi Marmara-Affäre soll der Ex-Geheimdienstchef Ägyptens Omar Suleiman gespielt haben. Der sei eine Woche vor dem Vorfall in Tel-Aviv gewesen.

Die Zeitung Akşam zitiert aus Çelikkols Buch:

„Omar Suleiman hat den Israelis mit einer großen Wahrscheinlichkeit gesagt, dass sich an Bord der Mavi Marmara ein ägyptischer Spion aufhält. Zudem wurde die Falsch-Information übergeben, dass sich an Bord des Schiffes ein ganzes Waffenlager und bewaffnete Milizen befinden.“

Denn die Israelis sollen erstaunt gewesen sein, als sie an Bord der Flotilla keinerlei Waffen vorfanden. Als die Türkei die in Israel inhaftierten internationalen Aktivisten in die Türkei ausgeflogen hat, soll ein Ägypter das Flugzeug vor Abflug verlassen haben. „Erst später haben wir erfahren, dass dieser Mann ein Mitarbeiter des ägyptischen Geheimdienstes ist. Er wurde dann von Mitarbeitern der ägyptischen Botschaft abgeholt und nach Kairo ausgeflogen“, so Çelikkol.

Die ägyptische Führung habe damals scheinbar ein Interesse an einer türkisch-israelischen Verwirrung gehabt. Çelikkol ist der Ansicht, dass sowohl die Türken als auch die Israelis reingelegt wurden.

Doch Ex-Geheimdienst-Chef Omar Suleiman wird nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Im Jahr 2012 verstarb er im Zuge von medizinischen Untersuchungen.

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