Ex-Geheimd​ienst-Mann​: Türkei soll in Konfession​s-Krieg gedrängt werden

Ein Ex-Mitarbeiter des türkischen Nachrichtendiensts warnt vor Spannungen zwischen Aleviten und Sunniten. Die AKP-Regierung soll durch einen Konfessions-Krieg gestürzt werden. Ausgangspunkt der Spannungen werde Deutschland sein.

Der Türkei droht eine nachhaltige De-Stabilisierung, indem Aleviten und Sunniten gegeneinander ausgespielt werden. Es drohe ein konfessioneller Bürgerkrieg. Ziel sei der Sturz der Erdoğan-Regierung, um eine nachhaltige De-Stabilisierung des Landes zu bewirken.

So soll der Türkei in ihren regionalen Bestrebungen ein Strich durch die Rechnung gemacht werden. Dreh- und Angelpunkt der Provokation sei Deutschland. Das zumindest schreibt der Ex-Geheimdienstmann Mahir Kaynak in einem aktuellen Artikel der Zeitung Stargazete.

Doch Kaynak nennt keine konkreten Namen, Organisationen oder Behörden – weder deutsche noch ausländische. Die De-Stabilisierungs-Kampagne befinde sich noch in ihrer Anfangs-Phase.

In den kommenden Wochen und Monaten sollen die Spannungen in der Türkei aufgebaut werden. „Wir befinden uns am Anfang. Sie wollen einen Bürgerkrieg auslösen“, sagte Kaynak der Nachrichten-Agentur Ajans Haber. Er erwarte unruhige Zeiten.

Dieser Ansicht schlossen sich in den vergangenen Tagen mehrere türkische Parlamentarier an.

Vor einer Bürgerkriegs-Provokation zwischen Aleviten und Sunniten hatte zuvor auch der Chef der Türkischen Arbeiter-Partei (IP), Doğu Perinçek, gewarnt. Es werden sich auf allen Seiten Provokateure befinden – dazu gehören Personen in Polizei-Uniformen und auch vermeintliche Demonstranten. Deshalb sei Obacht geboten.

Die Vorkommnisse im Istanbuler Stadtviertel Okmeydanı seien Teil des Plans, zitiert ihn die Zeitung Ulusalpost. Perinçek ist zwar ebenfalls für einen Sturz der Erdoğan-Regierung. Doch dies müsse durch die Schaffung einer einheitlichen Opposition vonstatten gehen. Er wirft der Regierung Kumpanei mit den USA vor.

Im vergangenen Jahr hatte der Ex-CHP-Chef Deniz Baykal gesagt, dass der Nahe Osten ohnehin in einen Konfessions-Krieg schlittere, berichtet die Zeitung Radikal. Deshalb dürfe die Türkei für keine religiöse Fraktion in der Region Partei ergreifen.

Mehr zum Thema:

Religion in der Türkei: Aleviten funktionieren Moschee in „Cemevi“ um
Geistlicher ruft Türken zur Einheit auf: Aleviten und Sunniten sind Brüder
Aleviten in der Türkei: Erdoğan überrascht mit Reform-Paket

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.