Russland verspricht Türkei Minderheiten-Rechte für Krim-Tataren

Beim Treffen der beiden Außenminister Davutoğlu und Lawrow in Moskau wurden der Türkei Zugeständnisse gemacht. Die Krim-Tataren dürfen weiterhin in vielen Bereichen ihre kulturelle Identität bewahren. Diese Abmachung beruht auf der engen Kooperation zwischen Russland und der Türkei.

Die Gruppe für gemeinsame strategische Planung zwischen Russland und der Türkei traf sich zu ihrer vierten Sitzung in Moskau. In der anschließenden Pressekonferenz erwähnte Außenminister Davutoğlu die enge Zusammenarbeit zwischen Russland und der Türkei im eurasischen Raum.

Neben Themen wie den Entwicklungen im Kaukasus und am Schwarzen Meer habe man sich auch über die Präsidentschaftswahl in der Ukraine unterhalten. „Niemand hier und in der Umgebung sollte sich eine Abhilfe erhoffen, indem er in die Logik des Kalten Krieges verfällt“, sagte Davutoğlu. In der Ukraine-Krise müssten sich alle internationalen Gruppen gleichermaßen bemühen, zitiert ihn SonDakika.

Frieden auf der Krim für die Türkei besonders wichtig

Im Gespräch zwischen den beiden Außenministern sei man besonders auf die Probleme der Krim-Tataren eingegangen, so das Blatt weiter. Die Krim-Tataren gehörten zu den basalen Elementen auf der Krim. „Ihre Harmonie und Ruhe ist für die Türkei von höchster Bedeutung“, sagte Davutoğlu. Der Frieden auf der Halbinsel müsse bewahrt werden. Der türkische Außenminister hoffe auf eine friedliche Lösung innerhalb eines rechtlichen Rahmens

Der russische Außenminister äußerte sich ebenfalls zu den Krimtataren: „Unser Dialog mit den Krim-Tataren geht weiter“, so Lavrov. Im Hinblick auf die Minderheit dieser Ethnie seien konkrete Schritte eingeleitet worden.

Das kulturelle Leben soll erhalten werden

Um das kulturelle Leben der Krimtataren aufrecht zu erhalten, würden bald Schulen und Theater eröffnet (mehr hier). Diese Entscheidungen seien gefallen, nachdem Putin persönlich mit den Vertretern geredet habe. Lavrov versicherte weiter, dass man die Zusammenarbeit mit sozialen Gruppen weiterführen werde. Dies gelte auch für das Parlamentt der Krim-Tataren und weiteren Einrichtungen. Die Protokolle für eine Zusammenarbeit zwischen dem russischen und dem Krimtataren-Parlament seien bereits unterschrieben worden. Man werde darauf hin arbeiten, ihren Wünschen nachzukommen, so Lavrov weiter.

Die beiden Außenminister hätten sich geeinigt, verstärkt auf bilateraler Ebene zu verhandeln. Diese Zusammenarbeit gelte sowohl für den Tourismus-Bereich wie für die wirtschaftliche Zusammenarbeit und weitere Gebiete, berichtet arja acans.

Der enge Schulterschluss zwischen den beiden Staaten kommt ein wenig überraschend. Noch vor wenigen Wochen hatte Davutoğlu vor einem möglichen Flächenbrand in der Ukraine gewarnt (mehr hier).

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