Türkei: Urteil gegen türkische Feministin verschoben

Ein türkisches Berufungsgericht hat das Urteil gegen die türkische Soziologin Pınar Selek verschoben. Sie soll sich 1998 an einem Bombenanschlag beteiligt haben. So lautet jedenfalls der Vorwurf. Doch Selek möchte bis zu einem Freispruch weiter kämpfen.

Ein Gericht in Istanbul hat das Urteil gegen die türkische Feministin Pınar Selek verschoben. Am 11. Juni soll das endgültige Urteil gefällt werden.

Die 42-Jährige Soziologin befindet sich aktuell in Frankreich, berichtet arte. „Ich werde bis zu meinem Freispruch kämpfen“, zitiert die DHA die Frau.

Selek wurde am 24. Januar von einem Istanbuler Gericht wegen Beteiligung an einem Bombenanschlag, zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Ihre Anwälte hatten anschließend Berufung eingelegt. Zuvor hatten sich unter anderem Cem Özdemir und Claudia Roth für sie eingesetzt, Seit über 14 Jahren steht die türkische Autorin Pinar Selek nun schon im Fadenkreuz der türkischen Justiz (mehr hier).

Der Vorwurf gegen Selek: Sie soll an einem Bombenanschlag beteiligt gewesen sein. Der Bombenanschlag ereignete sich am 9. Juli 1998 auf dem Ägyptischen Basar in Istanbul. Sie soll die Tat gemeinsam mit Abdülmecit Öztürk ausgeführt haben. Sieben Menschen wurden bei dem Anschlag getötet und weitere 127 verletzt. Zum Zeitpunkt der Tat soll Pınar Selek mutmaßliches Mitglied der PKK gewesen sein.

Seit 2009 lebt Pinar Selek im Exil, zunächst in Berlin, seit 2011 in Straßburg. Auf Grund des französich-türkischen Abkommens muss sie nach dem aktuellen Urteilsspruch nun allerdings fürchten, an die Türkei ausgeliefert zu werden.

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