Ausgang der EU-Wahlen beunruhigt Türkei

Das Ergebnis der Europawahlen bereitet der Türkei Kopfzerbrechen. Sie befürchtet einen weiteren Aufschwung der Neuen Rechten. Offenbar vollzieht sich auf dem Kontinent eine Wende. Denn vor allem junge Menschen aus dem bürgerlichen Lager schließen sich der Neuen Rechten an.

Dem Anstieg von islamfeindlichen, euroskeptischen und extremen Parteien in Europa steht die Türkei sorgenvoll entgegen. Durch eine korrekte Interpretation der Wahlergebnisse sollten die EU-Institutionen präventive Politik dagegen entwickeln, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu in einer schriftlichen Stellungnahme. Weiter erwähnte er die „reaktionären“ Wähler, die immer noch unter der Krise litten.

Für die EU-Führung sei es nun wichtig, dass die EU weiterhin als einflussreicher und angesehener Akteur in der Politik und Wirtschaft auftrete, zitiert Hürriyet Daily News den Minister. „Die ist sowohl für das Europa-Projekt, als auch für Beziehung Türkei-EU unverzichtbar“, so Davutoğlu weiter.

Bei den EU-Parlamentswahlen am 25. Mai konnten die Euroskeptiker und nonkonformistische Parteien Zugewinne verzeichnen (mehr hier).

Jedoch habe der Minister auch seine Freude darüber ausgedrückt, dass türkisch-stämmige Parlamentarier aus verschiedenen Ländern ebenfalls ins Parlament eingezogen seien, so das Blatt weiter. Diese Leute trugen zur Gestaltung der Politik der EU-Mitgliedsstaaten bei. Weiter dienten die als „Brücke der Freundschaft“ zwischen der Türkei und den Staaten, denen sie angehören.

Doch in den kommenden Jahren könnten die europakritischen Parteien weitere Zugewinne verzeichnen. So gehört die Front National der Neuen Rechten in Europa an. Marine Le Pen repräsentiert den Aufbruch. Sie gibt sich bürgerlich und spricht vor allem junge Menschen an.

Auch die Slogans und Effekte bei Wahlwerbungen hat die Neue Rechte der Zeit angepasst. Das geht beispielsweise aus einem YouTube-Video der Front National hervor.

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