Soziales Engagement: Erster Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege gründet sich in Berlin

An diesem Dienstag gründet sich der „Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity“ (VIW) in Berlin. Er ist der erste Wohlfahrtsverband seiner Art und versteht sich als Netzwerk migrantischer Organisationen. Sein Ziel ist es, die interkulturelle Öffnung im Bereich der Wohlfahrtspflege voranzutreiben.

An diesem Dienstag, dem zweiten deutschen Diversity-Tag, gründet sich im
Sachverständigenrat der Stiftungen für Integration und Migration (SVR) der „Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity“ (VIW). Aktuell setzt er sich aus neun Einzelinstitutionen zusammen, die als Netzwerk zur Verbesserung der Vielfalt in den Vereinen und zur Stärkung des ehrenamtlichen Potentials in Minderheitengruppen beitragen möchten. Die Ausweitung auf weitere Organisationen nach der Gründung ist eigenen Angaben zufolge gewünscht und geplant.

Gründungsmitglieder des ersten Zusammenschlusses seiner Art sind der Bund der spanischen Elternvereine in der Bundesrepublik Deutschland, der Bundesverband der Vietnamesen, der Bundesverband Deutsch-Arabischer Vereine in Deutschland, der Bundesverband russischsprachiger Eltern (BRVE), das Netzwerk Korientation, der Kroatischer Weltkongress, der Polnische Sozialrat, die Türkische Gemeinde in Deutschland sowie der Verband griechischer Gemeinden in Deutschland.

Die Intention für die Gründung des VIW beschreiben die Verantwortlichen wie folgt:

„Migrantinnen und Migranten engagieren sich nur zum Teil in eingesessenen Vereinen und Verbänden aber zu einem beträchtlichen Teil tun sie dies auch in eigenen Vereinen oder außerhalb jeglicher Strukturen im eigenen Sozialraum oder der eigenen Community. Um aus der vorhandenen Vielfalt des Engagements einen gesellschaftlichen Nutzen zu ziehen, ist es notwendig alle Formen des Engagements gleichermaßen zu würdigen und zu fördern.“

Die interkulturelle Öffnung der bestehenden Institutionen sei dabei aber ebenso wichtig wie die Förderung des Engagements in migrantischen Organisationen, zum Beispiel in den Bereichen Sport, Kultur oder in Elternvereinen etc.

Der Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege selbst sieht seine Aufgabe nun darin, auch in Zukunft für den „Kitt zu sorgen, der unsere Gesellschaft zusammenhält“. Verstanden wissen will er sich als ein Netzwerk von bundesweit tätigen migrantischen Vereinen. Der Fokus der Arbeit soll darauf liegen, die Diversitykompetenz im Bereich der Wohlfahrtspflege zu erhöhen sowie das „ehrenamtliche Potential in den Minderheitengruppen durch Empowerment sichtbar und wirkungsvoll zu machen.“

An diesem Dienstag finden in der gesamten Bundesrepublik Aktionen statt, bei denen es um Vielfalt in Unternehmen, Institutionen und Behörden geht (mehr hier). Durchgeführt wird der so genannten Diversity-Tag nun bereits zum zweiten Mal. Premiere des bundesweiten Aktionstags war der 11. Juni 2013. Rund 240 Organisationen und  Unternehmen mit gut zwei Millionen Beschäftigten haben teilgenommen. Auch für 2014 ist die Aktionen-Karte gut gefüllt: Vielfalt soll hörbar und schmeckbar gemacht, ausländische Mitbürger vorgestellt werden. Andere stellen den Erfolgsfaktor Vielfalt heraus oder unterzeichnen kurzerhand gleich selbst die Charta der Vielfalt (mehr hier).

Hier geht es zum Positionspapier des VIW.

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