Positive Dopingtest: Russische Schwimmstars kurz vor internationalem Ausschluss

Nach einer Reihe positiver Dopingtests ist Russlands Sportminister alarmiert. Das Land laufe Gefahr, von internationalen Schwimmwettbewerben ausgeschlossen zu werden. Besonders bitter: Bereits im kommenden Jahr finden die Schwimmweltmeisterschaften im heimischen Kazan statt.

Der russische Schwimmsport wird derzeit von einer Reihe von Dopingfällen erschüttert. Es steht zu befürchten, dass das Land kurz vor der Schwimm-WM 2015 eine zweijährige Sperre riskiert. Der Welt-Schwimmverband FINA gibt sich derzeit aber noch gelassen.

Erst im vergangenen Monat wurde Weltrekordhalterin Yuliya Efimova für ganze 16 Monate gesperrt. Zuvor war sie positiv auf ein verbotenes Steroid getestet worden. Neben ihr traf es zwei weitere russische Athleten, nachdem sie bei den entsprechenden Kontrollen durchfielen. Ihre Strafen stehen derzeit noch aus. Mindestens fünf weitere fielen bereits im vergangenen Jahr auf.

Die Ausfälle in den Reihen der russischen Schwimmer kommen zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Bereits im kommenden Jahr ist Russland Gastgeber der 16. Schwimmweltmeisterschaften, die vom  17. Juli bis zum 2. August 2015 in Kazan abgehalten werden. Russland wird dann zum ersten Mal als Hoster auftreten. In der entscheidenden Abstimmung hatte sich das Land gegen die Kandidaturen aus Guadalajara (Mexiko) und Hongkong (China) durchgesetzt.

Die Zahl der Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln in der internationalen Arena sind grenzwertig“, zitiert ABC News Sportminister Witali Mutko. Ein oder zwei weitere Verstöße und der Verband könnte ganz ausgesetzt werden.“ Mutko zufolge sei der Russische Schwimmverband einer unter „mehreren russischen Sport-Organisationen, die aufgrund von Dopingskandalen eine Suspendierung zu fürchten hätten. Konkret wurde er hier allerdings nicht.

Nach den Statuten des Welt-Schwimmverbandes FINA erhält ein Mitgliedsverband eine Zwei-Jahres-Sperre, wenn vier seiner Wettbewerber innerhalb von zwölf Monaten in der gleichen Disziplin der Dopingvergehen schuldig werden. Noch würden für Russland allerdings keine Alarmglocken läuten, so FINA-Direktor Cornel Marculescu. Die FINA habe vollstes Vertrauen darin, dass Russland die anstehende Weltmeisterschaft austragen könne. Weiter kommentieren wollte er die jüngsten Vorfälle nicht. Stattdessen lobte er die bisherigen Bauten und die Kooperation mit den hiesigen Behörden.

Für Yuliya Efimova endet die Dopingsperre übrigens gerade rechtzeitig vor der WM. Ihre Strafe für die Einnahme des verbotenenn Steroids DHEA läuft am 28. Februar 2015 aus. Ungewissheit haben hingegen Sergei Makov und Vitalii Melnikov. Ersterer wurde bei einem Weltcup in Moskau im Oktober positiv auf die verbotene Muskelaufbausubstanz Ostarine getestet. Vitalii Melnikov wurde während der Kurzbahn-Europameisterschaften im Dezember positiv auf das BlutHormon EPO getestet.

Für Russland steht derzeit einiges auf dem Spiel: Im Medaillenspiegel für 2011 landete Russland hinter den USA und China auf Rang drei. Die Athleten erschwammen in Shanghai acht Gold-, sechs Silber und vier Bronzemedaillen. Deutschland schaffte es übrigens nur auf Position zwölf. In Barcelona zwei Jahre später konnten die Russen ihren Erfolg erhalten und insgesamt 19 Mal Edelmetall mit nach Hause nehmen.

Dass sich die Stimmung eingetrübt hat, wurde zuletzt vor gut einer Woche deutlich: Erst Ende Mai hat Russland sein vorläufiges EM-Team für die Europameisterschaften vom 18. bis 24. August dieses Jahres in Berlin benannt. Angeführt wird die Mannschaft von Kurzbahn-Weltmeister Vladimir Morozov. Ebenfalls in der Hauptstadt dabei sind der Olympia-Zweite Evgeny Korotyshkin, Biedermann-Konkurrent Danila Izotov sowie WM-Medaillengewinner Nikolay Skvortsov. Mit gerade einmal acht Nominierungen recht klein fällt bisher jedoch das Team der Damen aus.

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