Kurdisches Öl aus der Türkei erreicht erstes Zielland

Das umstrittene Thema kurdisches Öl in der Türkei geht in die neue Runde. Entgegen den Einwänden aus den USA und Bagdad wurde das Rohöl nach Marokko geliefert. Bagdad gab der Kurdischen Regionalregierung (KRG) zuvor keine Ausfuhrgenehmigung.

Das Schiff mit einer Million Barrel Rohöl an Bord hat den Hafen von Ceyhan in der Türkei am 23. Mai verlassen. Seither blicken neugierige Augen auf die Route des Tankers. Seit Dienstag früh befindet sich der Tanker nun am Hafen vor Mohammedia in Marokko. Berichten zufolge war der Tanker in Richtung Golf von Mexiko unterwegs als es umkehrte.

KRG-Sprecher Safeen Dizayee sagte: „Der Tanker (mit kurdischem Öl) hat sein Ziel erreicht.“ Die KRG habe auf die Lieferung bestanden. Das Öl sei nach dem Preis und Qualität des Marktes verkauft worden, so Dizayee weiter. Warum der Tanker jedoch eine Kehrtwende auf dem Atlantischen Ozean machte, wurde nicht bekannt gegeben.

Derzeit befindet sich der Tanker außerhalb des Hafens von Mohammedia. Die belieferte Samir Raffinerie ist eine Tochtergesellschaft von Swedish Corral Petroleum Holding. Über den Kauf und das Umladen des kurdischen Öls gab die Raffinerie keine Auskunft, berichtet Daily Sabah. Die irakische Zentralregierung wiederholte nochmals ihr Anliegen. Man werde rechtliche Schritte gegen diejenigen einleiten, die Öl aus der neuen Pipeline zwischen der Türkei und der KRG kauften. Ankara wehrte sich gegen die Behauptungen aus dem Irak, man verschlimmere die Lage über den Anspruch irakischer Ressourcen (mehr hier).

Der türkische Energieminister Taner Yildiz sagte, man werde die positive Einstellung im Streit um die Lieferungen aus der KRG durch die Türkei aufrechterhalten. „Wäre es für den Irak besser, wenn die Türkei es nicht zuließe, dass das irakische Öl durchfließe? Das wäre es nicht“, so Yildiz weiter. Er sagte weiter, dass die Einnahmen des irakischen Öls dem irakischen Volk gehörten.

Beamte der KRG sagten, der Export aus türkischen Häfen sei legal gewesen. KRG Premier Nechirvan Barzani traf sich bereits am Samstag mit einem UN-Sondergesandten, um seine Verpflichtungen gegenüber dem Irak zu äußern.

Bagdad beharrt darauf, dass Ölgeschäfte über die staatliche Organisation für Ölgeschäfte (SOMO) abgewickelt werden. Die KRG sieht die Kurdische Organisation für Ölgeschäfte (KOMO) dafür zuständig. Bagdad wiederholte ihre Drohung, man werde rechtlich gegen Käufer vorgehen, die ihre Ölgeschäfte nicht über SOMO abwickelten (mehr hier).

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