Türkei stuft Boko Haram als terroristische Organisation ein

Die aus Nigeria stammende islamistische Gruppierung Boko Haram steht in der Türkei nun auf der Liste der terroristischen Organisationen. Man geht davon aus, dass sie Verbindungen zur Al-Qaida hat.

Das türkische Kabinett hat die Vereinigung Boko Haram aus Nordnigeria in die Liste der terroristischen Organisationen aufgenommen. Sie steht nun auf der Liste für Personen, Institutionen und Organisationen, die der Al-Qaida nahestehen.

Boko Haram sei Anfang der 2000er Jahre aufgetaucht, berichtet Daily Sabah. Sie predigten gegen die Missregierung und Korruption in Nigeria. Nach dem Tod ihres Anführers in Polizeigewahrsam 2009 sei sie gewalttätig geworden, so das Blatt weiter.

Der religiösen Sekte wird vorgeworfen, seit fünf Jahren für zahlreiche Attentate und tausende von Toten Verantwortlich zu sein (mehr hier).
Als Folge der Einstufung seien die Vermögen der Gruppierung eingefroren worden, berichtet ntvmsnbc.

Boko Haram will die westliche Bildung verbieten und sieht die moderne Erziehung als eine Sünde an. In jüngster Zeit machten sie Schlagzeigen, da sie für die Entführung von bis zu 300 Mädchen verdächtigt werden.

Seit 3. Juni gilt auch die al-Nusra-Front in der Türkei als Terrororganisation. Die radikal-islamische Organisation wird von den USA bereits seit Dezember 2012 als Terrororganisation betrachtet. Mehrere andere Länder, darunter Australien und Großbritannien, sowie der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen teilen diese Einschätzung. Sie ist neben ISIL derzeit eine von zweien Al-Qaida zugehörigen Gruppierungen, die im syrischen Bürgerkrieg gegen die Regierung al-Assads aber auch gegen Teile der Freien Syrischen Armee (FSA) und kurdische Volksverteidigungseinheiten kämpft. Im Augenblick soll sie bis zu 10.000 Mitglieder haben (mehr hier).

Insgesamt scheint die Gefahr durch Terroristen aus dem Westen zu steigen. Das zeigt zum Beispiel eine Liste, die westliche Geheimdienste kürzlich den türkischen Behörden übergeben haben. Darin aufgeführt sind nahezu 5000 Personen. Es wird befürchtet, dass sie über die Türkei nach Syrien reisen und sich dort der Terrororganisation Al-Qaida anschließen. Kehren sie zurück, drohen auch Anschläge in der Heimat (mehr hier).

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