„House of One“ feiert Übergabe des ersten Ziegelsteins

Mitten in Berlin entsteht ein Haus für drei Religionen. Juden, Christen und Muslime wollen sich unter einem Dach besser kennen lernen und voneinander lernen. Der Bau soll mithilfe von Spendengeldern finanziert werden.

Auf dem Petriplatz in Berlin soll etwas weltweit Einmaliges entstehen: Ein Sakralbau für eine Synagoge, eine Kirche und ein Moschee. In der Mitte des Gebäudes soll ein zentraler Raum der Begegnung zum Austausch und zum Kennenlernen die Gebetshäuser verbinden.

Nach der Fertigstellung der archäologischen Grabung auf dem südlichen Ende der Museumsinsel 2009 entstand die Idee für das „House of One“. Der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien sagte, dass man sich schnell einig war, „dass an einem solch geschichtsträchtigen Ort wie dem Petriplatz, dem Gründungsort Berlins, etwas Zukunftsgewandtes, etwas Visionäres entstehen muss.“ Rabbiner Tovia Ben-Chorin sieht im Unwissen häufig „die Basis für Ablehnung“. Die Grundidee des „House of One“ sei es daher, Menschen zusammenzubringen, die wenig voneinander wissen. Imam Kadir Sanci will mit dem Bau „bewusst den gewaltfreien und offenen Dialog der Religionen und Kulturen fördern.

Alle drei Herren gehören dem Vorstand des eigens gegründeten Bet- und Lehrhaus Petriplatz e.V. an, der dieses Projekt verantwortet.

Das Architektenbüro Kuehn Malvezzi aus Berlin wird den Bau realisieren. Sie setzten sich in einem international ausgeschriebenen Wettbewerb gegen 203 Bewerbungen aus 14 Ländern durch. Die Senatsbaudirektorin für die Stadt Berlin sagte, dass der interessante Architekturentwurf, dem Anspruch und der Einmaligkeit des Gebäudes entspräche.

Für den Bau werden Spendengelder in Höhe von 43,5 Millionen Euro benötigt. Mithilfe einer international angelegten Crowdfunding-Kampagne ist jeder aufgerufen, seinen eigenen Ziegelstein im Wert von zehn Euro zu spenden. Sobald die ersten zehn Millionen zur Verfügung stehen, soll der Grundstein gelegt werden.

Die Schauspieler Adnan Maral und Wolfgang Bahro spendeten am 3. Juni stellvertretend für viele Unterstützer die ersten Ziegelsteine. Über die Webseite können sich Interessenten informieren und spenden. Zu den Unterstützern des Projektes zählen zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur.
Adnan Maral zeigt sich überrascht, wie wenig Muslime und Christen, die in Deutschland leben, voneinander wissen. „Je mehr wir einander verstehen, desto respektvoller gehen wir miteinander um – egal welcher Religion oder Kultur wir angehören“, so der Schauspieler weiter.

Baubeginn ist für das Frühjahr 2016 angelegt.

Hier geht es auf die Website: www.house-of-one.org

Mehr zum Thema:

Die DIK in der öffentlichen Wahrnehmung – Eine Analyse
“Religion und Wissenschaft gehören im Islam zusammen”
Papstbesuch: Eine Chance für den interreligiösen Dialog!

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.