Ausstellung in Osnabrück: Comics zeigen Vorurteile gegenüber Musliminnen

Eine Studentin an der Universität Osnabrück zeigt in einer Ausstellung ihre selbstgezeichneten Comics. Auf den Bildern nimmt sie auf spielerische Art die herrschenden Klischees über Musliminnen auf den Arm.

Die Ideen für ihre Comics bezieht die Studentin Soufeina Hamed unter anderem von Freunden und der Familie. Humorvoll und künstlerisch verpackt kritisiert sie den Alltag, denen junge Musliminnen aufgrund ihres Aussehens ausgesetzt sind. Bei aller Komik verlieren die Zeichnungen trotzdem nicht die Ernsthaftigkeit des Themas.

In ihrem bislang bekanntesten Comic geht es um eine junge Muslimin mit einem Kopftuch in der Bahn. Sie wird von einer älteren Dame angestarrt, als sei sie ein blaues Alien mit einer langen Zunge. Der Bundespräsident habe sich ebenfalls über die Bilder der gläubigen Muslimin begeistert gezeigt.

Die in Tunesien geborene und in Berlin aufgewachsene Zeichnerin will mit ihren Bildern falsche Assoziationen und Missverständnisse abbauen und Brücken bauen. Diese führten zu Distanz zwischen den Menschen.

Der Titel der Ausstellung „EbenSo“ solle verdeutlichen, dass die vermeintlichen Unterschiede zwischen den Menschen verschiedener Kulturen meist äußerlich sind. Die Gemeinsamkeiten seien größer als mancher annehme, heißt es in einer Meldung der Hochschule.

Im Anschluss an ihren Master in Interkultureller Psychologie will Hamed als Wirtschaftspsychologin arbeiten. Für eine Agentur illustriert sie bereits regelmäßig Kinderbücher.

Karikaturen in Verbindung mit dem Islam standen bislang unter einem schlechten Vorzeichen. Karikaturen über den Propheten Mohammed sorgten in der muslimischen Welt für Empörung. So wurde unter anderem das französische Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ Ziel eines Brandanschlags (mehr hier). Über die aktuellen Zeichnungen werden die meisten Muslime aber wohl eher schmunzeln als sich aufregen.

Die Ausstellung ist von Dienstag, 10. Juni bis zum 1. August im Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück zu sehen. Am Dienstag, 17. Juni, gibt es ab 17.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung. Der Eintritt ist frei.

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