Nach Warnung an Erdoğan: Hacker greifen Webseite des österreichischen Außenministers an

Anhänger des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdoğans haben sich in die Internetseite des österreichischen Außenministers Sebastian Kurz gehackt. Dieser hatte zuvor den türkischen Politiker vor seiner bevorstehenden Rede in Wien gewarnt. Offenbar sahen die Aktivisten die Warnung als einen Affront gegen ihr Land und ihre Geschichte.

Die Besucher der Internetseite des Außenministers staunten nicht schlecht, als sie am 16. Juni auf dessen Seite klickten. Wo in der Regel Bilder des 27-jährigen Ministers bei Presseterminen und Veranstaltungen zu sehen sind, überschattete ein ungewöhnliches Bild die Homepage.

Zu sehen sind die Bilder des türkische Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan und Sultan Süleymans dem Prächtigen. Verziert ist das Bild mit dem Wappen des Osmanischen Reiches. Verantwortlich für diesen Angriff sei die Hackergruppe Cyber-Warrior Akıncılar, berichtet Hürriyet Daily News.

Unter diesem Bild hat die Gruppe eine Nachricht auf Türkisch, Englisch und Deutsch hintrlassen:

Wer bist du denn Kleiner!
Du kannst nicht entscheiden wie unser Premierminister zu reden hat. Der Premierminister Erdoğan ist der Nachkomme der Ahnen, die bis nach Wien hervorgedrungen sind, dem Grund und Boden.
   Wir sind Akincilar, Wir sind Osmanen, Wir sind die Türkei!

Zuvor sagte Kurz in Richtung des Premiers: „Ich warne Premier Erdoğan ausdrücklich: Er darf keinen Spalt in die österreichische Gesellschaft hineintragen.“

Am 19. Juni wird Erdoğan zu seinen Anhängern in Wien sprechen. In Österreich leben derzeit ungefähr 250.000 Türken und damit potentielle Wähler (mehr hier). Hintergrund der Rede sind die Präsidentschaftswahlen in der Türkei im August. Zum ersten Mal dürfen türkische Staatsbürger ihren Staatspräsidenten wählen. Dies gilt auch für die Wahlberechtigten, die in anderen Ländern reden.

Bei einer anderen Wahlveranstaltung im Mai sprach Erdoğan zu ungefähr 18.000 türkischen Anhängern in Köln (mehr hier).

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