„Migrationshintergrund“: Heidelberger präsentieren erste alternative Begriffe

Heidelberg wollte einen neuen Begriff für „Migrationshintergrund“ suchen. Die ersten Ergebnisse wurden nun vorgeschlagen. Die Suche ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Darauf weist die Geschäftsführerin der Neuen Deutschen Medienmacher hin.

An der Suche nach Begriffs-Alternativen beteiligten sich Heidelberger Bürger gemeinsam mit dem Interkulturellen Zentrum Heidelberg, dem „Neuen deutschen Medienmacher“ und dem Unternehmen SAP. Nach einem kürzlichen Workshop wurden die bislang geeignetsten Wörter vorgestellt.

„Migrationshintergrund“ ist negativ konnotiert

Konstantina Vassiliou-Enzm, Geschäftsführerin der Neuen deutschen Medienmacher (NdM), sagt, dass der Begriff „Migrationshintergrund“ etwas Nebulöses hätte. Dies klinge eher nach einem Merkmal einer Problemgruppe.

Die meisten Teilnehmer des Workshops „Was heißt hier Migrationshintergrund?“ hätten sogar den Begriff gänzlich abgeschafft, so Vassiliou-Enzm im Gespräch mit dem Mediendienst Integration. Jedoch werde solch ein Begriff im akademischen Betrieb, in Verwaltung, Statistik und in den Medien benötigt. „Wenn es dieses Wort schon geben muss, dann wollen wir es selbst bestimmen und positiv besetzen“, so Vassiliou-Enzm weiter. „Dann müssen wir eben nochmal ran.“

„Diverskulturelle“ und „Menschen mit internationaler Geschichte“

Ein vorläufiges Ergebnis ist „Diverskulturelle“. Dies klinge „schön und neutral“ und lehne an Diversity – also an Vielfalt- an.

Eine andere Gruppe aus dem Workshop habe anstatt der Kultur ihre Geschichte in den Vordergrund stellen wollen. So sei der Begriff „Menschen mit internationaler Geschichte“ entstanden. Mit dem Ergebnis zeigten sich die Teilnehmer zufrieden. „Er ist für uns aber vor allem als Beginn eines Prozesses zu verstehen, in dem wir den Migrationshintergrund als Begriff in Frage stellen“.

Die Stadt Heidelberg werde die Begriffe in den nächsten Monaten diskutieren. Schrittweise werde nun die praktische Verwendung und die Tauglichkeit mit verschiedenen Gruppen und Verwaltungen überprüft. Besonders wichtig sei es, dass die Heidelberger Bürger einbezogen würden.

Das Projekt fand zeitgleich mit anderen Aktionen in Deutschland statt. Durchgeführt wurde der so genannten Diversity-Tag am 3. Juni bereits zum zweiten Mal. Premiere des bundesweiten Aktionstags war der 11. Juni 2013. Rund 240 Organisationen und  Unternehmen mit gut zwei Millionen Beschäftigten haben teilgenommen (mehr hier).

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