Erdoğan in Wien: „Künstliche Grenzen des Nahen Ostens sind Grund für Konflikte “

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdoğan äußert massive Kritik an den aktuellen Genzen des Nahen Ostens. Die seien nach dem Ersten Weltkrieg künstlich erschaffen worden. Das Ergebnis seien immer noch „Blut und Tränen“.

Premierminister Erdoğan hat im Rahmen seiner Rede in Wien die heutigen Grenzen im Nahen Osten als Ursache für die Konflikte ausgemacht. Nach dem Ersten Weltkrieg seien jene Grenzen mit einem Lineal gezogen worden. Ausschlaggebend seien lediglich die wirtschafts- und energiepolitischen Interessen gewesen.

„Wenn wir auf den Nahen Osten schauen, sehen wir nicht das Erdöl, sondern Menschen. Wir sehen unsere Geschwister“, so Erdoğan.

Im Zusammenhang mit der Geislnahme von türkischen Konsulatsmitarbeitern im Irak sagte der türkische Premierminister, dass auch die irakische Zentralregierung eine Verantwortung trage. Sie habe nicht die Fähigkeit besessen, das Konsulat zu schützen.

Eine klare Absage erteilte Erdoğan an die konfessionellen Zwistigkeiten zwischen Sunniten und Schiiten. „Die Türkei steht weder auf Seiten der Sunniten, noch auf Seiten der Schiiten. Wir stehen lediglich auf der Seite des Rechts“, sagte Erdoğan.

Die Türkei richte ihr Gesicht gen Westen und gen Europa. Doch das bedeute nicht, dass der Nahe Osten vernachlässigt werden dürfe. Keiner habe das Recht, die Türken von ihren „Ur-Brüdern“ im Osten und Süden zu trennen. Ein Europa ohne die Türkei sei weder historisch, noch politisch vorstellbar. Die Europäer sollen ihre Vorurteile fallen lassen.

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