US-Senator lobt Türkei für Unterstützung irakischer Kurden

Die jüngsten Äußerungen der Türkei über einen unabhängigen kurdischen Staat wurden von Senatsführer Harry Reid positiv aufgenommen. Das letzte Wort liege aber noch immer beim irakischen Volk. In letzter Zeit intensivierte die Türkei ihre Zusammenarbeit mit der Autonomen Region Kurdistan (KRG).

Die autonom geführte kurdische Region kämpft schon länger für die Unabhängigkeit vom Irak. Diesem Vorhaben schließt sich nun auch die Türkei an, nachdem sie jahrzehntelang dagegen war.

„Ich denke es ist großartig, dass die Türkei ihre Zustimmung dafür gegeben hat“, sagte US-Senatsführer Harry Reid. Bei einer möglichen Unabhängigkeit müssten auch die Akteure in der Region berücksichtigt werden.

Türkei bezieht neue Position

Zuvor äußerte sich Hüseyin Çelik, Sprecher der Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP), über die Kurden im Irak: „Die irakischen Kurden haben das Recht, darüber zu bestimmen, wo und wie sie leben wollen.“ Die Türkei werde die Kurden weiterhin unterstützen, wie sie es schon immer täten, zitiert ihn ensonhaber. Dies wurde von den Medien als Vorstoß für die Zustimmung eines kurdischen Staates interpretiert.

Die irakischen Kurden eroberten die strategisch wichtige Stadt Kirkuk von den militanten Kämpfern der ISIS zurück. Mehr als die Hälfte des irakischen Öls kommt aus dieser Region.

Die USA und die türkische Regierung sprachen sich bislang gegen einen kurdischen Staat aus. Umso erstaunlicher sei nun die Äußerung des türkischen Vertreters, berichtet die Huffington Post. „Was ist mit den Kurden in der Türkei? Was ist mit den Kurden in Syrien?“, fragt der konservative Senator Lindsey Graham. Er glaubt, dass ein unabhängiger Staat Kurdistan die Region destabilisieren könne. Syrien, Iran und die Türkei stünden dann gegenüber den eigenen Kurden vor neuen Herausforderungen.

Türken und Kurden aus Nordirak – Neue beste Freunde

Von einem neuen Staat würden die Türken und die irakischen Kurden profitieren. Der Friedensplan zwischen den beiden Partnern entwickelt sich positiv. Dadurch wächst auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit (mehr hier).

Auch von einem Aufbegehren der Kurden gegenüber Bagdad zieht die Türkei ihre Vorteile. Im fortschreitenden Öl-Handel zwischen der KRG und der Türkei fühlt sich Bagdad ausgeschlossen und behauptet, dieser Handel illegal sei (mehr hier). Irak verliert allmählich die Kontrolle über das Öl im Norden des Landes. Gegen diesen Handel zog die irakische Regierung vor ein internationales Gericht und drohte den Abnehmern des Öls mit Konsequenzen (mehr hier).

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