Balkan-Staaten marschieren langsam aber sicher in Richtung EU

Beim kommenden Treffen der EU soll Albanien zum möglichen EU-Kandidat erklärt werden. Mittlerweile nähert sich die gesamte Balkan-Region der EU an. Die organisierte Kriminalität müsste dafür aber gezielter bekämpft werden. Auch die Türkei interessiert sich für die Entwicklung in dieser Region.

Die EU hat drei weitere Beitrittskapitel bei den Verhandlungen mit Montenegro eröffnet. Die Verhandlungen mit der Türkei und Serbien laufen weiter. Bosnien und Herzegowina und der Kosovo sind die einzigen Staaten aus dem Westbalkan, die noch keinen EU-Beitrittsantrag gestellt haben.

Kosovo bildet einen Spezialfall, da er von fünf EU-Staaten nicht anerkannt wurde. Die Kommission plant mit Kosovo ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen. Weitere Verhandlungen sind für dieses oder zu Beginn des kommenden Jahres geplant.

Die Verhandlungen mit der Türkei kommen immer wieder zum stocken. Diese Woche trafen sich Vertreter aus der Türkei und der EU, um über das Justizwesen zu sprechen. Viel habe sich in diesem Fall noch nicht geändert. Die Kommission steht der Eröffnung von drei weiteren Beitrittskapiteln positiv gegenüber. Dafür müssten jedoch die anderen Staaten zustimmen. Die Entwicklung der Balkan-Staaten ist für die Türkei aus wirtschaftlichen und politischen Gründen ebenfalls wichtig (mehr hier). Gerade zum größtenteils muslimischen Bosnien hat man eine enge Beziehung (mehr hier).

Mazedonien befinde sich an einem heiklen Punkt. Das Land ist zwar seit 2005 Beitrittskandidat, doch gehen die Verhandlungen sehr schleppend voran. Die EU-Kommission dränge die EU-Staaten, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, berichtet EUObserver.

Mit Bosnien wurde bereits ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen unterzeichnet. Das Land hat den Status eines potenziellen Beitrittskandidaten. Einem EU-Beamten zufolge verliefen die Verhandlungen „eher rückläufig als fortschrittlich“. Dies liege auch an den politischen Kämpfen zwischen den ethnischen Gruppen in Bosnien.

EU-Erweiterungskommissar Stefan Fülen sähe in Albanien Reformbestrebungen, so das Blatt weiter. Vom Kandidaten-Status jedoch würde auch die Wirtschaft profitieren, da er ausländische Investoren locke. Noch seien Beitrittsverhandlungen aber nicht eröffnet worden.

Der albanische Ministerpräsident Edi Rama sprach in einer Fernsehaufnahme am Dienstag zum albanischen Volk. Je näher das Land einem Beitritt komme, umso schwieriger sei auch der Weg dort hin. Er sei aber zuversichtlich, dass sie es trotz der widrigen Umstände schaffen würden (mehr hier).

In einem Statement äußerte sich der Europäische Rat zu Albanien. Dem Land wird geraten, geeignete Untersuchungen einzuleiten, um Strafverfolgungen und Verurteilungen gegen Korruption und die organisierte Kriminalität zu führen. Darunter fallen Betrügereien, Geldwäsche, Drogenanbau und Menschenhandel.

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